Noch im Juni hatte die Erwerbslosenquote bei 7,6 Prozent gelegen. Niedriger als heute war das Niveau zuletzt im Dezember 2008. Gleichzeitig schuf die US-Wirtschaft jedoch weniger neue Stellen als von den meisten Fachleuten im Vorfeld erwartet, wie aus der separat ermittelten Job-Statistik des Arbeitsministeriums hervorgeht.

Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft stieg demnach nur um 162'000. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit 184'000 gerechnet. «Die heutigen Arbeitslosenzahlen bewegen sich zweifellos am unteren Rand der Erwartungen», kommentierte Harm Bandholz, US-Experte bei der Grossbank Unicredit in New York.

Privatwirtschaft schafft nur wenig neue Stellen

Ein gut laufender Arbeitsmarkt ist für die grösste Volkswirtschaft der Welt besonders wichtig, weil die Ausgaben der Verbraucher mit rund 70 Prozent den wichtigsten Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten. Brummt der Jobmarkt und steigen die Löhne, zeigen sich die US-Konsumenten entsprechend ausgabenfreudiger.

Viele Fachleute hoffen auf Besserung in den kommenden Monaten. Die Stimmungsindikatoren aus dem Unternehmenslager deuteten darauf hin, dass die Wirtschaftsaktivität im zweiten Halbjahr wieder anziehen dürfte, glaubt Marina Lütje, Ökonomin bei der Dekabank.

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Bankökonomen hoffen auf Besserung

Die Volkswirte der Unicredit erwarten, dass die US-Wirtschaft vor allem dank der verbesserten Lage am Arbeitsmarkt schneller wachsen dürfte. Nach einem gesamtwirtschaftlichen Plus von 1,5 Prozent in der ersten Jahreshälfte rechnet Bandholz für das zweite Halbjahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um knapp 2,8 Prozent.

(moh/jev/reuters)