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US-Industrie kommt in Fahrt

Maher Terminals in New York: Der US-Industrie geht es überraschend gut. (Bild: Keystone)

Die US-Wirtschaft startet mit Rückenwind ins neue Jahr: Die Industrie legte im Dezember überraschend deutlich an Fahrt zu.

Veröffentlicht am 03.01.2012

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg von 52,7 auf 53,9 Punkte im Vormonat.

Dies ist der höchste Wert seit Juni, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Dienstag mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 53,2 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Auch am Bau geht es aufwärts: Die Ausgaben in dieser Sparte stiegen überraschend kräftig an.

Das Handelsministerium in Washington wies für November ein Plus zum Vormonat von 1,2 Prozent aus. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt dies eine Summe von 807,1 Milliarden Dollar - der höchste Wert seit fast anderthalb Jahren. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Die positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA befügelten den Aktienmarkt: Die drei wichtigsten Indizes an der Wall Street gewannen jeweils rund zwei Prozent. Auch die Schweizer Börse kletterte um 1,9 Prozent. Der Euro stieg auf ein Tageshoch von 1.3067 Dollar.

Weitere positive Nachrichten

Die von dem ISM-Institut vorgelegten Daten enthielten noch weitere positive Nachrichten für die Investoren: Der Teilindex für den Auftragseingang verzeichnete den dritten Anstieg in Folge. Und auch das ISM-Barometer für die Beschäftigung ging nach oben. «Das Jahr 2011 endet im Aufwind», meint Bradley Holcomb vom ISM Manufacturing Business Survey Committee.

Auch Ökonom Dirk Chlench von der LBBW sieht es ähnlich: «Der jüngste Anstieg des ISM-Index reiht sich in die positiven Konjunkturnachrichten der letzten Wochen ein und bekräftigt unsere Prognose, dass die US-Wirtschaft im Schlussquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von fünf Prozent gewachsen ist.»

Achillesferse der US-Wirtschaft bleibt jedoch weiter der Arbeitsmarkt: Das Wirtschaftswachstum war im Sommerquartal mit aufs Jahr hochgerechnet 2,0 Prozent zu schwach ausgefallen, um eine nachhaltige Erholung des Jobmarktes anzustossen.

Zuletzt war die Arbeitslosenquote indes gefallen. Für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht für Dezember wird ein Plus von 150'000 Jobs erwartet. Damit ist der Stellenaufbau jedoch noch immer zu schwach, um für eine nachhaltige Linderung der Arbeitsmarktmisere in den USA zu sorgen.

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