In den USA hat sich die Teuerungsrate im Mai überraschend weiter verstärkt. Die Inflationsrate stieg auf 2,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2012, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate bei 2,0 Prozent gelegen, und Analysten waren von einem unveränderten Wert ausgegangen.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Mai ebenfalls stärker als erwartet. Hier meldete das Ministerium einen Zuwachs um 0,4 Prozent. Der Anstieg war doppelt so stark wie erwartet. Ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittel erhöhte sich das Preisniveau im Mai um 2,0 Prozent zum Vorjahr und um 0,3 Prozent zum Vormonat. Beide Werte lagen ebenfalls über den Markterwartungen.

Ende des ultrabilligen Geldes angesteuert

Der Trend rückläufiger Inflationsraten scheine beendet zu sein, kommentierte Experte Johannes Jander von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Daten. Obwohl die Entwicklung der Kernrate nach wie vor moderat sei, sieht Jander den Druck auf die US-Notenbank steigen. «Der Einfluss der Inflationsentwicklung auf die Terminwahl für den ersten Zinserhöhungsschritt der Fed dürfte zunehmen», so der Helaba-Experte.

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Es gilt als sicher, dass die US-Notenbank Fed ein Ende des ultrabilligen Geldes ansteuert. Allerdings kennen die Anleger an den Finanzmärkten derzeit noch nicht den genauen Fahrplan und den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise.

Die Investoren erhoffen sich in dieser Frage neue Hinweise von der Pressekonferenz der Notenbankchefin Janet Yellen, die am Mittwochabend nach der Zinsentscheidung Stellung beziehen wird.

(awp/vst/me)