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Etatstreit
US-Kompromiss: Euphorie sieht anders aus

Christine Lagarde: Die IWF-Chefin ist noch nicht restlos beruhigt. (Bild: Keystone)

IWF-Chefin Christine Lagarde kommentiert die vorübergehende Einigung im US-Kongress als «wichtigen und notwendigen Schritt». An den Finanzmärkten fällt die Reaktion sehr verhalten aus.

Veröffentlicht am 17.10.2013

IWF-Chefin Christine Lagarde hat erleichtert auf die Einigung im US-Haushaltsstreit reagiert. Der US-Kongress habe einen «wichtigen und notwendigen Schritt» unternommen, erklärte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Anschluss an die Entscheidung der beiden Kammern des Parlaments in Washington. Die Unsicherheit über die Finanzpolitik der USA müsse nun unbedingt verringert werden.

Der Eurokurs ist nach der Einigung im US-Haushaltsstreit leicht gestiegen. Im asiatischen Handel kletterte die Gemeinschaftswährung am Donnerstagmorgen auf 1,3560 Dollar, nachdem sie am Vorabend kurzzeitig unter die Marke von 1,35 gerutscht war. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3561 (Dienstag: 1,3493) Dollar festgesetzt.

Neues Debakel droht

Der US-Dollar konnte damit nicht vom politischen Durchbruch in Washington profitieren. Auch im Handel mit anderen wichtigen Währungen wie dem Yen und dem britischen Pfund verlor der Greenback etwas an Boden. Devisenexperte Desmond Chua von CMC Markets sagte Marktreaktion: «Der Kompromiss bringt nur wenig Zeit, bevor es erneut zu einem Debakel kommen kann.»

Gegenüber dem Schweizer Franken konnte der US-Dollar leicht zulegen. Nachdem der Greenback am Vorabend noch 0,9132 CHF gekostet hat, büsste die US-Valuta bis am frühen Donnerstagmorgen etwas an Wert ein und kostet aktuell 0,9107 CHF.

Auch an den Aktienmärkten herrscht verhaltener Optimismus: Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 10.30 Uhr bei einem Plus von 0,5 Prozent – der deutsche Leitindex Dax büsst nach dem gestrigen Allzeithoch gar wieder ein. Auch die übrigen europäischen Märkte notieren weitgehend mit negativen Vorzeichen.

Zuvor hatten die wichtigsten Börsen in Asien mit Ausnahme der chinesischen und der in Indien haben am Donnerstag positiv auf die Einigung im US-Finanzstreit reagiert. Händler zeigten sich erleichtert. Ein Kursfeuerwerk blieb aber ebenso aus. 

(awp/vst/aho)

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