Zwei führende US-Notenbanker halten trotz des überraschenden Wirtschaftseinbruchs eine Zinserhöhung noch im Juni für möglich. Solange sich die Konjunkturdaten bessern, sei ein solcher Schritt bei jeder Sitzung des geldpolitischen Gremiums der Federal Reserve (Fed) eine Option, sagten die Präsidentin des Fed-Bezirks Cleveland, Loretta Mester, am Freitag.

Mesters Kollege vom Bezirk San Francisco, John Williams, pflichtete ihr bei und ergänzte, vor allem die Entwicklung am Arbeitsmarkt sei entscheidend. Viele Börsenhändler gehen dagegen mittlerweile davon aus, dass sich die Fed mit der ersten Zinserhöhung seit 2006 bis September oder noch bis Dezember Zeit lassen könnte. Sie hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 auf dem rekordniedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Starker Einbruch war nicht erwartet worden

Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrössten Volkswirtschaft ist von Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet um nur 0,2 Prozent gewachsen. Mit einem so starken Einbruch hatte kaum ein Experte gerechnet, zumal die Konjunktur Ende 2014 noch rund lief und die Wirtschaft um 2,2 Prozent zulegte. Der Regierung zufolge bremste ein Streik der Hafenarbeiter an der Westküste und der strenge Winter das Wachstum. Der US-Wirtschaft macht zudem der Dollar-Höhenflug zu schaffen, der Exporte verteuert.

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(reuters/me)