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US-Regierung erwartet weniger Wachstum - Obama unter Druck

US-Präsident Barack Obama muss um seine Wiederwahl bangen. (Bild: Keystone)

Die US-Wirtschaft hat im Frühling weiter an Fahrt verloren. Die Regierung kappte ausserdem ihre Wachstumsprognose und erwartet ein Budgetloch über der Eine-Billion-Dollar-Marke.

Veröffentlicht am 27.07.2012

Die US-Regierung rechnet laut ihrer jüngsten Prognose in diesem Jahr mit einem Budgetloch von 1,2 Billionen Dollar. Damit wäre das Haushaltsdefizit während der Präsidentschaft von Barack Obama zum vierten Mal in Folge über der Eine-Billion-Dollar-Marke.

Im kommenden Jahr soll es aber laut der Prognose darunter liegen. Die US-Regierung kappte zudem ihre Wachstumsprognose für dieses und kommendes Jahr. In ihrem am Freitag veröffentlichten halbjährlichen Haushaltsbericht ging das US-Präsidialamt nur noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent für 2012 und von 2,7 Prozent für 2013 aus.

Im Februar lagen die Prognosen noch bei 2,7 beziehungsweise 3 Prozent. «Die Wirtschaft spürt weiterhin Gegenwind, der das Wachstum dämpft und den Aufbau von Stellen begrenzt,, hiess es in dem Bericht.

Druck auf Obama wächst

Die US-Wirtschaft verlor auch im Frühling an Fahrt. Vor allem die Zurückhaltung der Konsumenten habe das Wachstum im zweiten Quartal auf eine Jahresrate von 1,5 Prozent gedrückt, teilte das Handelsministerium mit. Volkswirte hatten mit einer Rate von 1,4 Prozent gerechnet.

Zum Jahresauftakt hatte die Wirtschaft um 2 Prozent zugelegt, Ende 2011 waren es sogar noch 4,1 Prozent. Damit verliert die weltgrösste Volkswirtschaft im Zuge der globalen Konjunkturabkühlung zunehmend an Schwung und spürt auch die Schuldenkrise in Europa immer stärker.

Das verschärft den Druck auf US-Präsident Barack Obama. Da ihm die flaue Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit angelastet werden, muss er im November um seine Wiederwahl bangen.

Gestützt wurde das Wachstum zwar von den Konsumenten. Allerdings stiegen ihre Konsumausgaben nur noch um 1,5 Prozent und damit so gering wie seit einem Jahr nicht mehr. Wegen der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit hat sich die Kauflaune zuletzt eingetrübt. Der private Konsum trägt fast 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Die Exporte zogen mit 5,3 Prozent kräftig an.

(tno/sda/awp)

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