Die US-Konsumenten haben sich pünktlich zum Feiertagsgeschäft trotz hoher Arbeitslosigkeit und Konjunktursorgen wieder in Kaufstimmung gebracht. Vor allem Schnäppchenjäger kurbelten am sogenannten «Black Friday», dem Tag nach dem Thanksgiving-Fest, den Handel an.

Vor den Läden bildeten sich an dem traditionellen Einkaufstag teils lange Schlangen. Einige Geschäfte hatten bereits am Donnerstag bis spät in den Abend geöffnet oder schlossen ihre Türen um Mitternacht nach dem Fest wieder auf. Unternehmen wie Macy's und Best Buy taten dies sogar erstmals in ihrer Geschichte.

Gefragt waren vor allem grosse Flachbildfernseher, Videospiele und Spielzeug. Nach Einschätzung des Branchenverbandes NRF werden in den USA 152 Millionen Menschen am Wochenende in die Läden strömen - rund zehn Prozent mehr als 2010. Das Umsatzwachstum im November und Dezember soll allerdings nur 2,8 Prozent betragen, nach 5,2 Prozent im Vorjahr.

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Vor zehn Jahren noch pflegten die grossen Läden am «Schwarzen Freitag» um 6 Uhr zu öffnen. Seitdem wurde es immer früher, und nach einigen Testläufen öffnen viele Ketten nun schon um Mitternacht. Analysten loben den Schritt. Die Einzelhändler müssten die Kunden so früh wie möglich zum Ausgeben verleiten, bevor deren Geld weg sei.

Ausgedehntes Einkaufswochenende

Der «Black Friday» bildet traditionell den Auftakt fürs Weihnachtsgeschäft. Viele Ketten bieten besondere Rabatte an. Seit einigen Jahren warten Konzerne wie Wal-Mart und Amazon auch mit Online-Rabatten auf.

«Wegen der Rezession werden wir nicht so viel shoppen», sagte Desiree Schoolfield beim Rundgang durch ein Toys R Us-Geschäft in New York. Ähnlich scheinen viele Amerikaner denken.

Das Land leidet unter einer Arbeitslosenquote von etwa neun Prozent. Hinzu kommen nun noch die Belastungen durch die Schuldenkrise in Europa.

Interessant wird das Verhalten der Konsumenten in den kommenden Wochen bis Weihnachten sein: Nach einem starken Startschuss hatten die Amerikaner im vergangenen Jahr ihr Geld deutlich zusammengehalten.

Für den US-Detailhandel ist das Thanksgiving-Wochenende das wichtigste des Jahres. Der Freitag ist der betriebsamste Einkaufstag. Er wird so genannt, weil Händler an diesem umsatzstarken Tag die Chance haben, wieder aus einem Minus herauszukommen, also schwarze Zahlen zu schreiben.

Geprägt worden sein soll der Begriff allerdings in den 1960er Jahren in Philadelphia, wo die genervte Polizei angesichts der Staus und Menschenmassen zum Einkaufsrummel von einem «Schwarzen Freitag» sprach. Die Konsumausgaben machen zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

(laf/rcv/sda)