Die US- Regierung hat ihre Wachstumsprognosen sowohl für dieses als auch für kommendes Jahr deutlich nach unten korrigiert und rechnet mit einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit.

Das Bruttoinlandprodukt werde in diesem Jahr nur um 1,7 und im kommenden um 2,7 Prozent wachsen, teilte das Präsidialamt am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington mit. Bislang wurde mit 2,6 und 3,6 Prozent kalkuliert.

Einem Aufschwung steht vor allem die hohe Arbeitslosigkeit im Weg. Die Arbeitslosenquote wird der Prognose zufolge in diesem Jahr bei 9,1 Prozent liegen und 2012 nur minimal auf 9,0 Prozent zurückgehen. Das dämpft die Kauflaune der Amerikaner, deren Konsumausgaben mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen.

Trotz der düsteren Konjunkturaussichten will Präsident Barack Obama das enorme Staatsdefizit deutlich zurückfahren. 2012 soll es auf 6,1 Prozent sinken nach 8,8 Prozent in diesem Jahr.

«Sollen wir das wirklich glauben?»

Die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit gefährdet die Wiederwahl von Obama im kommenden Jahr. Der Präsident will am 8. September seine Pläne für mehr Wachstum und Beschäftigung vorlegen. «Die Projektionen machen deutlich, dass die Wirtschaft rasch angekurbelt werden muss», sagte der Chefhaushälter im Präsidialamt, Jack Lew.

Experten bezweifeln, dass ein kräftiger Abbau des Staatsdefizits angesichts widriger Rahmenbedingungen gelingen wird. «Der Präsident geht davon aus, dass das Defizit von 1,3 Billionen Dollar auf 473 Milliarden Dollar 2014 sinkt. Sollen wir das wirklichen glauben?», fragte Chris Edwards vom Cato Institute in Washington. «Das scheint doch einer sehr optimistische Annahme zu sein.»

Wegen der ausufernden Schulden hatte die Ratingagentur S&P der weltgrössten Volkswirtschaft Anfang August die höchste Bonitätsnote AAA entzogen - zum ersten Mal in der Geschichte.

(rcv/sda)