Die US-Wirtschaft ist besser in Schwung als bislang angenommen. Die neuen Daten zum Wirtschaftswachstum liefern Befürwortern einer baldigen Zinswende in den USA weitere Argumente. Arbeitsmarkt und Inflation senden ebenfalls positive Signale.

Die US-Statistikbehörde Federal Bureau of Economy Analysis korrigierte ihre erste Schätzung am Dienstag nach oben. Auf Jahresbasis sei das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den drei Monaten von Juli bis September um 2,1 Prozent gewachsen. Die erste Schätzung hatte bei 1,5 Prozent gelegen. Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet.

Waren von 90 Milliarden Dollar auf Halde

Mit Abstand am stärksten trugen die privaten Konsumausgaben zum Gesamtwachstum bei. Als künftige Bremse könnten sich allerdings die hohen Lagerbestände der Unternehmen erweisen. Sie halten Waren im Wert von 90 Milliarden Dollar auf Halde - deutlich mehr als bislang angenommen.

Diese Güter sind bereits in das Bruttoinlandsprodukt eingeflossen. Bauen die Firmen ihre Lager am Jahresende ab, dämpft das die Konjunktur, da sie nicht noch einmal bei der Berechnung der Wirtschaftsleistung berücksichtigt werden. Zudem dürften die Firmen weniger produzieren, wenn sie die Nachfrage zunächst aus ihren Lagern bedienen.

Weiteres Indiz für Zinswende

Das vergleichsweise robuste Wirtschaftswachstum wird dennoch als weiteres Indiz dafür gewertet, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in ihrer Sitzung Mitte Dezember den Leitzins erstmals nach Jahren leicht erhöhen könnte. Die Zinsen waren zuletzt 2006 angehoben worden. Seit der Finanzkrise 2008 verharrt der US-Leitzins nahe Null.

In seiner Oktober-Sitzung hatte der Offenmarkt-Ausschuss der Fed deutliche Signale gesendet, dass eine erste vorsichtige Leitzinsanhebung im Dezember bevorstehen könnte. Voraussetzung seien aber weiterhin stabile Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten, sagte Fed-Chefin Janet Yellen im US-Kongress.

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Der Arbeitsmarkt hatte zuletzt ebenfalls positive Signale gesendet, die Quote sank auf 5,1 Prozent. Auch die Inflation, lange Zeit weit unterhalb der Richtgrösse von zwei Prozent, erholte sich im Oktober leicht.

(sda/gku)