Die Arbeitslosenquote stieg in den USA im Juni von 9,1 auf 9,2 Prozent. Die Anzahl neuer Jobs wurde von Ökonomen auf 90'000 geschätzt, blieb aber mit lediglich 18'000 geschaffenen Stellen weit hinter den Erwartungen zurück. Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht auf die Zahlen.

Im Vormonat war der Stellenaufbau 25'000 kaum höher ausgefallen. Insgesamt sind in den USA derzeit 14,1 Millionen Menschen erwerbslos. Damit steht fast jeder Zwanzigste in den USA ohne Arbeit da.

«Die US-Notenbank  dürfte sich durch die jüngsten Arbeitsmarktdaten in ihrer expansiven Politik bestätigt sehen», sagte Christoph Balz, USA-Experte bei der Commerzbank. Dafür sprechen laut Balz auch die Stundenlöhne, die im Juni stagnierten. Inflationsdruck sei hier nicht erkennbar.

DekaBank-Volkswirt Christian Melzer erwartet erneut Rufe nach einer erneuten geldpolitischen Lockerung. Gleichwohl hält der Experte zusätzliche Anleihenkäufe durch die Fed für unwahrscheinlich. «Vielmehr wird die Fed wohl länger mit einer Reduzierung ihrer Anleihenbestände warten.»

An den Finanzmärkten fiel die Reaktion heftig aus: Während die Ölpreise kräftig ins Minus drehten, profitierten sichere Anlagen wie deutsche und amerikanische Staatsanleihen. Die Aktien reagierten mit deutlichen Kursabschlägen.

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(kgh/rcv/sda/awp)