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Stellen
USA verzeichnen stärksten Jobzuwachs 2015

Gespräch an einer US-Jobmesse: Viele neue Stellen im Dienstleistungsbereich. Keystone

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat im Mai positiv überrascht. Die Daten dürften nun Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer rascheren Zinswende sein.

Veröffentlicht am 05.06.2015

Die US-Wirtschaft hat im Mai weit mehr Jobs geschaffen als erwartet. Die Zahl der neuen Stellen stieg um 280'000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist der grösste monatliche Zuwachs seit Dezember.

Zu Beginn des Jahres hatte der harte Winter die US-Konjunktur abwürgt. Im April etwa waren mit einer Zahl von 221'000 noch bedeutend weniger Stellen als im Mai geschaffen worden. Neue Jobs entstanden im vergangenen Monat vor allem im Dienstleistungsbereich, in der Gastronomie und in der Gesundheitsbranche.

Arbeitslosenquote leicht höher

Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Mai aber leicht auf 5,5 Prozent. Nach der Krise machen sich wieder mehr Menschen auf die Suche nach einem Job. Laut dem Arbeitsministerium stiessen im vergangenen Monat fast 400'000 neue Arbeitskräfte auf den Markt. Insgesamt waren 8,7 Millionen Menschen arbeitslos.

Ausserdem müssen sich 6,7 Millionen Menschen mit einer Teilzeitstelle zufrieden geben, obwohl sie lieber Vollzeit arbeiten würden. Die Arbeitslosigkeit wird in den USA auf Grundlage einer Erhebung in den Haushalten berechnet, bei der Stellenzahl stützt sich das Arbeitsministerium auf eine Unternehmensumfrage.

Wann kommt die Zinswende?

Die US-Wirtschaft war zu Jahresbeginn geschrumpft. Dies hatte Sorgen geweckt, der Aufschwung könnte ins Stocken geraten. Zuletzt kam eine Reihe von enttäuschenden Daten hinzu - etwa zur Auftragslage der Industrie und zum Konsum. Daher gilt eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Juni als eher unwahrscheinlich. Experten erwarten erst für September oder noch später die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik.

Die ermutigenden Arbeitsmarktdaten dürften nun Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer rascheren Zinswende sein. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen Ökonomen mit einer anziehenden Konjunktur. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

(sda/awp/tno/hon)

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