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Konjunktur

Venezuela: Chávez verstaatlicht den Goldsektor

Mein Schatz: Während der Kabinettssitzung zur Goldverstaatlichung posiert Hugo Chavez mit einem Barren. (Bild: Keystone)

Er hat seine Ankündigung wahrgemacht: Venezuelas Präsident Chávez hat gesetzlich festgelegt, dass die Hoheit über Gold-Förderung und -Export alleine beim Staat liegt.

Veröffentlicht am 24.08.2011

Venezuela hat seinen Goldsektor verstaatlicht: Präsident Hugo Chávez unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, wonach die Förderung und der Export von Gold allein dem Staat obliegen. Ziel des Gesetzes sei die «Stärkung der nationalen Unabhängigkeit», sagte Chávez während einer von den staatlichen Medien übertragenen Sitzung des Kabinetts.

Dabei hielt er einen Goldbarren aus den Beständen der venezolanischen Zentralbank in die Höhe. Sie hat derzeit 154 Tonnen Gold in ihren Beständen - zurzeit sind diese 7,2 Milliarden Dollar wert.

Chávez hatte das Gesetz vor einer Woche angekündigt und es auch mit dem Kampf gegen «bewaffnete Banden und den Schmuggel» vor allem im Süden des Landes begründet. Dort stammten 60 Prozent der Goldproduktion aus staatlich nicht genehmigten Minen. Offiziell fördern bislang drei Unternehmen Gold in Venezuela: Minverven im Staatsbesitz, die russische Firma Rusoro und die kubanische Geominsal.

Grossteil der Goldvorräte in der Bank of England

In der Kabinettssitzung kündigte Chávez zudem an, «binnen Wochen» werde die erste Lieferung von im Ausland gelagerten venezolanischen Goldvorräten in der Heimat eintreffen. Es handle sich um rund 211 Tonnen im Wert von rund elf Milliarden Dollar. Venezuela hat vier Fünftel seiner Goldvorräte in Grossbritannien eingelagert, vor allem in den Tresoren der Bank of England.

Die venezolanische Regierung hatte schon 2007 die Kontrolle über die strategischen Energiebereiche des Landes übernommen. 2010 übernahm sie bereits die Kontrolle über 500'000 Hektar Land, wo Gold gefördert werden kann.

Der autoritär regierende Chávez hat sich vom Parlament umfassende Vollmachten geben lassen. Seit Ende Dezember hat der Linkspopulist das Recht, für anderthalb Jahre per Dekret am Parlament vorbei Gesetze zu erlassen.

(tno/laf/sda)

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