Nach der teilweisen Freigabe des Devisenhandels ist der Dollar in Venezuela unter dem hohen Schwarzmarktkurs geblieben. Wie die Zentralbank des ölreichen, aber devisenknappen Landes am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, wurde der US-Dollar auf dem neuen Devisenmarkt mit 170,03 Bolívar gehandelt. Der Parallelkurs auf dem Schwarzmarkt liegt derzeit bei etwa 190 Bolívar.

Durch die Lockerung des staatlichen Devisenkontrollsystems können Währungen frei gehandelt werden. Der Kurs richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Die Entscheidung bringt eine leichte Änderung der bisherigen Regelung. Seit über einem Jahrzehnt werden in dem sozialistisch regierten Land die Umtauschkurse staatlich vorgegeben, was Venezuela einen blühenden Schwarzmarkt bescherte.

Ziel: Entspannung auf dem Devisenmarkt

Der Freihandel soll Entspannung auf dem Devisenmarkt bringen. Seit Monaten müssen die Venezolaner in langen Schlangen vor Supermärkten anstehen. Viele Produkte wie Mehl, Milch und Hygieneartikel sind knapp, da es zu wenig Devisen für den Import gibt.

Der offizielle Kurs von 6,30 Bolivar pro Dollar für Importe von Lebensmitteln und Medikamenten wird aber beibehalten. Auch dürfen die Venezolaner weiter nur etwa 3000 Dollar pro Jahr für Auslandsreisen und 300 Dollar für Online-Käufe tauschen.

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(sda/ise/me)