Gespräche zwischen Gewerkschaftsvertretern und Unternehmensleitung brachten am Freitagabend keinen Durchbruch. Die U-Bahn-Beschäftigten stimmten daraufhin für die Fortsetzung des Ausstands. Am Freitag war die Polizei gegen Streikposten in einer U-Bahn-Station mit Tränengas und Schlagstöcken vorgegangen. «Wir haben entschieden, den Streik fortzusetzen», sagte ein Gewerkschaftssprecher. Der Ausstand werde am Samstag weitergehen.

Die Streikenden hatten angebotene Lohnerhöhungen von 8,7 Prozent abgelehnt. Sie wollen mindestens 12,2 Prozent, ursprünglich wollten die Beschäftigten wegen der galoppierenden Inflation sogar ein Plus von 16,5 Prozent durchsetzen. Der Metropole mit ihren 20 Millionen Einwohnern droht kurz vor dem Anpfiff des Auftaktspiels zur Fussball-Weltmeisterschaft am 12. Juni ein anhaltendes Verkehrschaos.

Strassen São Paulos chronisch verstopft

Auf die U-Bahn sind täglich 4,5 Millionen Menschen angewiesen, betroffen sind auch die Linien zum Corinthians-Stadion, wo nach der Eröffnungsfeier am kommenden Donnerstag WM-Gastgeber Brasilien gegen Kroatien antritt. Die Strassen sind chronisch verstopft.

Ohne Zwischenfälle verlief am Freitag ein Protest von 3000 Menschen vor der brasilianischen Zentralbank in São Paulo. Die Kundgebungen richtete sich gegen die starken Preissteigerungen im Land und die Wirtschaftspolitik der Regierung.

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(reuters/se)