Schwache US-Konjunkturdaten haben an der Wall Street die Furcht vor einer Straffung der Geldpolitik zerstreut und die Kurse gestützt. Die Wirtschaftsleistung der weltgrössten Volkswirtschaft legte im ersten Quartal mit 2,4 Prozent etwas weniger stark zu als zunächst berechnet.

Zudem fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend hoch aus. «Das Motto lautete zuletzt: Kauf bei schwachen Daten - diese halten die Fed bei der Stange», erklärte Dan McMahon von Raymond James. Die US-Notenbank hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie den Geldhahn langsam zudrehen wird, wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt ausreichend robust präsentieren. 

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Buffett treibt Energie-Aktie

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1 Prozent auf 15.324 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 1654 Zähler. Der Index der technologielastigen Nasdaq schloss 0,7 Prozent höher bei 3491 Punkten. Am Mittwoch hatten die drei Börsenbarometer noch deutlich nachgegeben, weil sich die Investoren angesichts starker Konjunkturdaten auf ein Ausklingen der Konjunkturhilfen gefasst gemacht hatten.

Eine Übernahmeofferte der Investorenlegende Warren Buffett trieb NV Energy knapp 23 Prozent in die Höhe. Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway will den Stromversorger für 5,6 Milliarden Dollar kaufen. Clearwire legten sogar 29 Prozent zu. Um den Anbieter von Internet-Zugängen per Mobilfunk liefern sich der Satellitenfernsehen-Betreiber Dish und der Telekom-Konzern Sprint einen milliardenschweren Bieter-Wettstreit. Dish gewannen 0,7 Prozent, Sprint 0,8 Prozent. Pikant ist, dass sich Dish derzeit auch um eine Übernahme von Sprint bemüht und dafür 25,5 Milliarden Dollar lockermachen will. 

EMC zogen fünf Prozent an. Die Aktionäre des Datenspeicherspezialisten freuten sich über die Einführung einer Quartalsdividende und eine Aufstockung des Aktienrückkauf-Programms. Auch die Titel des Chipherstellers Avago gehörten mit einem Plus von knapp zehn Prozent zu den Gewinnern des Tages, weil das Unternehmen eine unerwartet optimistische Geschäftsprognose wagte. 

Kurssprung von Facebook

Davon profitierten auch andere Unternehmen der Branche, so dass der Halbleiter-Index 1,5 Prozent gewann. Die Titel von Facebook reagierten mit einem Kurssprung von fünf Prozent auf Kaufempfehlungen zweier Broker. 

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 1765 Werte legten zu, 1208 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1728 im Plus, 772 im Minus und 84 unverändert.

(muv/sda)