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Zinspolitik
Andréa Maechler: Das Geld bleibt billig

«Wir sind nicht in einer Krise»: Andréa Maechler, Leiterin des 3. Departementes
Andréa Maechler, Leiterin des 3. Departements der SNB Bild: Roshan AdhihettyQuelle: Roshan Adhihetty

Die SNB lässt sich durch Zinserhöhungen in den USA nicht aus der Ruhe bringen. Dies stellt die Nationalbank-Direktorin im Interview klar.

Von Ralph Pöhner
am 28.03.2018

Nationalbank-Direktorin Andréa Maechler verteidigt die anhaltend lockere Geldpolitik mitsamt Negativzinsen: «Würden wir jetzt die expansive Geldpolitik beenden, so wäre das Risiko gross, dass wir die günstige Entwicklung gefährden würden», sagte sie im Gespräch mit der «Handelszeitung».

Denn die Stärke des Frankens zwinge weiterhin zur Vorsicht, und die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil: «Viele Marktteilnehmer zahlen weiterhin eine Prämie dafür, um sich gegen eine starke Aufwertung des Frankens abzusichern. Auch die Zinsdifferenz zum Ausland bleibt noch sehr klein. Es ist kaum abzusehen, dass sich die Nachfrage nach Franken fundamental ändern wird.»

Spielraum vorhanden – auf beide Seiten

Entscheidend sei ohnehin die gesamthafte Teuerungs- und Wirtschaftsentwicklung. «Und hier wäre eine verfrühte Zinsanhebung kontraproduktiv», so die SNB-Direktorin im «Handelszeitung»-Interview. Denn auf der anderen Seite drohe von der Inflation keine Gefahr. Diesen Punkt hatte die SNB-Spitze in ihrer letzten Lagebeurteilung nochmals vertieft analysiert, und die Datenlage sei klar: «Im Moment gibt es in der Schweiz keine besondere Teuerungsdynamik.»

Die Grösse der SNB-Bilanz sei dabei kein bedrohlicher Faktor: Sie bringe zwar Ertragsschwankungen mit sich, aber sei kein Hemmnis für die Geldpolitik. «Wir haben weiterhin Spielraum. Und zwar in beide Richtungen. Wenn wir wieder mit Deflationsrisiken konfrontiert wären, hätten wir noch Raum für eine zusätzliche Bilanzausdehnung. Wir könnten bei Bedarf weiter Devisen kaufen.» Oder umgekehrt die Bilanz bei Bedarf auch wieder verkleinern. 

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