Angestellte Schweiz fordert für das kommende Jahr mehr Lohn für Arbeitnehmende in der Schweiz. Für die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sowie für die Chemiebranche will der Arbeitnehmerverband eine Lohnerhöhung um 1,7 Prozent, für die Pharmaindustrie um 2,3 Prozent. Heute spreche schlicht nichts gegen eine angemessene Erhöhung der Angestelltenlöhne, lässt sich Stefan Studer, Geschäftsführer von Angestellte Schweiz, in einer Mitteilung vom Dienstag zitieren. Für die Forderungen gebe es genügend gute Gründe.

Einerseits nehme die Konjunktur weiter fahrt auf. Für die MEM-Industrie hat das Forschungsinstitut Bakbasel für 2014 ein Wachstum von 1,6 Prozent prognostiziert. 2015 soll die Branche gar um 2,6 Prozent wachsen. Für die chemisch-pharmazeutische Industrie stellen die Konjunkturauguren aus Basel ein Wachstum von 3,2 respektive 3,6 Prozent in Aussicht.

Reallohnplus nur dank Deflation

Andererseits seien die Lohnsteigerungen in den letzten Jahren eher bescheiden gewesen. Ein Reallohnwachstum resultiert gemäss Angestellte Schweiz vor allem dank Negativteuerung. Und auch die Probleme aufgrund der Frankenstärke hätten sich entschärft.

Ausserdem sehen sich die drei Fokusbranchen des Verbands weiterhin mit einem starken Fachkräftemangel konfrontiert. Durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative werde sich die Lage nicht so rasch entschärften, hält Angestellte Schweiz weiter fest.

Fokus auf mittlere Einkommen und Frauenlöhne

Verbesserung fordert der Verband insbesondere auch für die mittleren Löhne. Die Einwanderung habe in den letzten Jahren auf dieses Lohnsegment einen dämpfenden Effekt gehabt.

Weiter sollen Firmen Lohnerhöhungen nicht nur individuell, sondern die Hälfte angesichts der rosigen Aussichten generell entrichten. Ein besonderer Fokus müsse auf die Frauenlöhne gelegt werden, schreibt Angestellte Schweiz. Es sei stossend, dass im 21. Jahrhundert die Löhne der Frauen immer noch deutlich unter denen ihrer männlichen Kollegen lägen.

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(awp/sda)