Die Furcht vor einer tiefgreifenden Konjunkturkrise in den Schwellenländern macht den Yen begehrt. Am Mittwoch fiel der Dollar zeitweise auf 101,25 Yen nach 101,64 Yen im Schlussgeschäft des Vortages. Seit Ende Januar hat die japanische Landeswährung in der Spitze fast vier Prozent gewonnen. Die japanische Landeswährung wird gerne als sicherer Hafen angesteuert. Die jüngsten Kursturbulenzen in den Schwellenländern hatten Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Staaten geschürt, die für viele Industrienationen eine wichtige Exportregion sind. Anleger warteten nun auf eine Stabilisierung der Lage, bevor sie wieder bei risikoreicheren Anlagen zugriffen, sagten Händler.

Zurückhaltung war am Mittwoch auch beim Euro angesagt. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3503 Dollar leicht schwächer als im New Yorker Schlussgeschäft. Einige Investoren spekulierten darauf, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senkt, um Deflationsgefahren entgegenzuwirken.
 

Warten auf Konjunkturdaten aus den USA

Nach der jüngsten Talfahrt haben sich die Anleger in Fernost am Mittwoch weiter verunsichert gezeigt. Vereinzelt nutzten Schnäppchenjäger die Gunst der Stunde und griffen bei Papieren zu, die am Tag zuvor trotz guter Geschäftszahlen deutliche Kursverluste verbucht hatten. Viele Investoren hielten sich aber noch zurück und warteten auf weitere Konjunkturdaten aus den USA.

Der Nikkei-Index ging auf Berg- und Talfahrt, bevor er mit einem Plus von 1,23 Prozent auf 14.180 Punkte aus dem Handel ging. Nach dem Einbruch von mehr als vier Prozent am Tag zuvor, blieb der Index aber weit entfernt von der für Händler wichtigen Marke des 200-Tage-Durchschnittswerts von 14.425 Zählern. Seit Jahresanfang hat der Nikkei rund 14 Prozent eingebüsst, nachdem er im vergangenen Jahr ein Plus von 50 Prozent hingelegt hatte.

Gute Unternehmenszahlen konnten nicht beruhigen

Auch deutlich über den Erwartungen liegende Unternehmenszahlen konnten die Gemüter nicht beruhigen. Allerdings profitierten die Aktien des Elektronikkonzerns Panasonic, die nach einem verdreifachten Quartalsgewinn fast um 19 Prozent in die Höhe schossen. Auch Papiere von Toyota legten sechs Prozent zu, nachdem der japanische Autobauer ein Rekordergebnis in Aussicht gestellt hatte. Sony-Aktien gewannen 4,6 Prozent. Der Konzern ist nach Angaben eines Insiders im Gespräch mit dem Investmentfonds Japan Industrial Partners über einen Verkauf seiner verlustreichen PC-Sparte Vaio.

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(reuters/me/sim)