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Antwort auf Tesla: Brüssel will eine europäische Batterie

Batterien von Tesla: Sie werden nicht in Europa gefertigt. Keystone

Die neuen Hochleistungsbatterien stammen meist aus Asien oder Amerika. Die Europäische Union will dies ändern – und ruft die Industrie zu Hilfe.

Veröffentlicht am 04.10.2017

Die EU-Kommission will die Kräfte für den Aufbau einer europäischen Batteriefertigung bündeln und damit der Konkurrenz aus Asien und Amerika etwas entgegensetzen. Dazu lud der stellvertretende Kommissionspräsident Maros Sefcovic Vertreter der Auto-, Chemie- und Technologiebranche für nächste Woche zu einem Batteriegipfel nach Brüssel ein.

«Wir wollen eine echte Produktion in Europa schaffen, über die ganze Wertschöpfungskette inklusive Recycling», erläuterte Sefcovic am Dienstag in einer E-Mail an Reuters. Möglicherweise könnte mit Unterstützung der EU ein europäisches Konsortium geschaffen werden. «Wenn wir den Wandel zur Elektromobilität ernst nehmen, müssen wir die Batterieproduktion unterstützen.»

Asien ist führend

Bisher werden die für Elektroautos notwendigen Hochleistungsbatterien vor allem in Asien gefertigt. Zuletzt hatte VW-Markenchef Herbert Diess gefordert, in Europa bei der Batteriefertigung zusammenzuarbeiten. Das sei eines der grossen Wachstumsfelder der nächsten Jahrzehnte und dürfe nicht den asiatischen Lieferanten überlassen werden, sagte er in einem Reuters-Interview.

Zu den nach Brüssel eingeladenen Unternehmen zählen der Chemiekonzern BASF, die Autohersteller Renault, Volkswagen und Daimler sowie Siemens. «Das ist eine gute Initiative zum richtigen Zeitpunkt«, sagte ein Sprecher des VW-Konzerns, der Milliarden in eine Elektoauto-Offensive investiert.  Auch die Autozulieferer Conti und Umicore wollen an dem Batteriegipfel teilnehmen. Europa brauche einen «Airbus für Batterien«, forderte Umicore-Manager Egbert Lox. Der Markt für Batterien wird zurzeit dominiert von Panasonic und Nec aus Japan, LG und Samsung aus Südkorea, BYD aus China und dem Elektroauto-Vorreiter Tesla.

(reuters/mbü/me)

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