In Frankreich sind so viele Menschen arbeitslos wie nie zuvor. Das setzt die Regierung noch mehr unter Druck. Eine Trendwende wird frühstens Ende des Jahres erwartet.

Die Arbeitslosenzahl in Frankreich ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Ende März waren in der nach Deutschland zweitgrössten Euro-Volkswirtschaft 3,225 Millionen Menschen ohne Job. Das entsprach 36'900 Arbeitslosen mehr als im Vormonat und 29'100 mehr als im Januar vor 16 Jahren, als der bisherige Negativ-Rekord verzeichnet wurde.

Im Vergleich zum März vergangenen Jahres sei die Zahl um 11,5 Prozent gestiegen, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Eine Ende des seit Mai 2011 anhaltenden Anstiegs wird frühestens Ende dieses Jahres erwartet.

Hollande unter Druck

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist eine der stärksten Belastungen für die sozialistische Regierung unter Präsident François Hollande. Sie verlor in Umfragen zuletzt dramatisch an Zustimmung und steht unter Druck, den Arbeitsmarkt möglichst schnell tiefgreifend zu reformieren.

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Ein bereits im Parlament debattiertes Gesetzesprojekt für mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Löhnen wird von Kritikern als unzureichend bezeichnet.

Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt doppelt so hoch wie in Deutschland. Nach jüngsten Vergleichszahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat lag sie im Februar bei 10,8 Prozent, in der Bundesrepublik hingegen nur bei 5,4 Prozent.

(rcv/sda)