Die Euro-Zone quält sich aus dem Konjunkturtal. Zu Jahresbeginn fiel die Arbeitslosigkeit überraschend auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Die Industrie bestätigte im Februar ihren leichten Aufwärtstrend. Fortschritte machen hier vor allem die langjährigen Krisenstaaten Irland und Spanien. Dagegen sieht es in Frankreich nach wie vor düster aus.

Die Arbeitslosenquote gab im Januar auf 11,2 Prozent nach, wie das Statistikamt Eurostat am Montag in Brüssel erklärte. «Das ist der niedrigste Wert seit April 2012», hiess es. Im Dezember waren es noch 11,3 Prozent. Insgesamt hatten gut 18 Millionen Männer und Frauen keinen Job - 140.000 weniger als im Dezember. Die niedrigste Arbeitslosigkeit nach vergleichbarer EU-Rechnung wies Deutschland mit 4,7 Prozent aus, gefolgt von Österreich mit 4,8 Prozent. Schlusslichter bleiben Griechenland mit 25,8 Prozent (im November) und Spanien mit 23,4 Prozent.

Positiver Einkaufsmanagerindex

Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt könnte sich fortsetzen, wie die Umfrage des Markit-Instituts unter Tausenden Unternehmen im Euro-Raum signalisiert. Dessen Barometer für die Industrie verharrte im Februar mit 51 Zählern über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. «Doch lassen sich in den einzelnen Ländern deutlich unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten beobachten – vom keltischen Eilmarsch bis hin zum gallischen Trott», sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

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So blieb der Einkaufsmanagerindex in Frankreich deutlich unter der Wachstumsschwelle. «Frankreich bereitet nicht nur deshalb die grössten Sorgen, weil es den anderen Ländern hinterherhinkt, sondern weil es auch als einziges Land einen verstärkten Rückgang verzeichnet hat», betonte Williamson. Auch in Griechenland und Österreich schrumpfte die Industrie.

Aufwärts in Irland

Aufwärts geht es vor allem in Irland: Dort erreichte das Barometer mit 57,5 Zählern den besten Wert seit 15 Jahren. Mit Spanien verbesserte sich noch ein anderes Krisenland spürbar. «Deutschland, die Niederlande und Italien können hingegen nur mittelmässige Zuwächse vorweisen», sagte Williamson.

Die EU-Kommission traut der Währungsunion in diesem Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent zu, nach 0,8 Prozent 2014. Der schwächere Euro könnte dazu beitragen: Dadurch können die Unternehmen ihre Waren in Übersee billiger anbieten und so den Absatz ankurbeln. Gleichzeitig werden Verbraucher durch die fallenden Ölpreise um viele Milliarden entlastet, was den Konsum ankurbeln kann.

(reuters/gku/dbe)