Der Ratingriese Standard & Poor's (S&P) hat gedroht, Argentinien als Pleitefall einzustufen. Die ohnehin schon tief im Ramschbereich liegende Kreditbewertung sei unter verschärfte Beobachtung («creditwatch negative») genommen worden, teilte die Agentur in der Nacht auf Mittwoch mit.

Wegen eines Rechtsstreits mit US-Hedgefonds um Milliardenschulden aus der Staatspleite von 2001 blockierten Richter am Montag eine Zinszahlung auf argentinische Anleihen. Nun steht das Land als «technisch zahlungsunfähig» dar.

30-tägige Gnadenfrist

Allerdings bleibt noch eine 30-tägige Gnadenfrist, um zu regeln, dass das Geld die Gläubiger doch noch erreicht. S&P will diese Frist abwarten, bevor es das Land als Zahlungsausfall («selective default») bewertet. Moody's und Fitch, die beiden anderen grossen Ratingagenturen, dürften ähnlich verfahren.

(awp/me)