Im Streit zwischen Argentinien und einer kleinen Gruppe von Gläubigern geht die Regierung in Buenos Aires auf Konfrontationskurs zur US-Justiz. Für weitere Verhandlungen mit mehreren Hedgefonds müssten Zinszahlungen für andere Gläubiger von einem Bundesgericht in New York freigegeben werden, sagte Kabinettschef Jorge Capitanich am Mittwoch.

Die Regierung wollte eigentlich an diejenigen Anleiheninhaber Zinsen zahlen, die sich 2005 und 2010 an einem Schuldenschnitt für das Land beteiligten und weniger als 30 Prozent ihrer ursprünglichen Forderungen bekommen. Dies betrifft mehr als 90 Prozent der Gläubiger.

Argentinien schickt Vertreter nach New York

Mehrere Hedgefonds dringen dagegen darauf, den vollen Betrag von Argentinien zurückzubekommen, was sich das Land nach eigener Darstellung nicht leisten kann. US-Bundesrichter Thomas Griesa hatte die Zahlungen an die Inhaber der umstrukturierten Papiere gestoppt. Zunächst müsse sich die argentinische Regierung mit den sogenannten Holdout-Investoren einigen.

Argentinien will nach Angaben der Regierung in der kommenden Woche Vertreter nach New York schicken, die für die Gespräche Bedingungen stellen sollen. Die Umschuldung für die meisten Gläubiger müsse akzeptiert werden, sagte Capitanich.

Hedgefonds wollen mehr als 1,3 Milliarden Dollar

Die Fonds unter Führung von Elliott Management und Aurelius Capital Management haben Gesprächsbereitschaft signalisiert und werfen der Regierung in Buenos Aires zugleich vor, sich widerspenstig zu zeigen. Die Investoren sollen nach Ansicht des US-Gerichtes 1,33 Milliarden Dollar zuzüglich aufgelaufener Zinsen bekommen. Über den Fall wird in den USA verhandelt, weil die Anleihen in Dollar ausgegeben wurden.

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Argentinien hat bis Ende Juli Zeit, sich mit den Fonds zu einigen. Andernfalls droht erneut eine Staatspleite.

(reuters/gku)