Inmitten der Wirtschafts- und Finanzkrise Argentiniens hat Zentralbankchef Juan Carlos Fabrega am Mittwoch seinen Rücktritt eingereicht. Zwischen Fabrega und der argentinischen Regierung unter Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner war das Verhältnis angespannt.

Kirchner hatte der Zentralbank BCRA vorgeworfen, Kontrollaufgaben nicht ausreichend wahrzunehmen. Es sehe so aus, als ob Informationen durchgesickert seien, hatte die Staatschefin am Dienstag gesagt. Einige Banken hätten über privilegierte Informationen verfügt und Dollars verkauft, während alle anderen Dollar gekauft hätten.

Rücktritts-Gerüchte belasten Börse

Medien berichteten auch von einem zunehmend gespannten Verhältnis zwischen Fabrega und Wirtschaftsminister Axel Kicillof. Die Gerüchte über den Rücktritt drückten tagsüber die Stimmung an der Merval-Börse deutlich, dessen Index mit einem Minus von 8,22 Prozent schloss.

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Fabregas Nachfolge soll der derzeitige Chef der Börsenaufsichtsbehörde CNV, Alejandro Vanoli, antreten, wie Regierungssprecher Alfredo Scoccimarro mitteilte. Er gilt als enger Vertrauter Kirchners.

Weniger als ein Jahr im Amt

Fabrega war weniger als ein Jahr im Amt, davor war er Präsident der grössten staatlichen Bank, Banco Nación. Er genoss bei den Finanzmärkten einen guten Ruf. In seine Amtszeit fiel eine markante Abwertung des argentinischen Peso, eine weiter steigende Inflation sowie der Streit mit zwei Hedgefonds, der das Land zum zweiten Mal binnen 13 Jahren in die Staatspleite trieb.

(awp/sda/dpa/reu/afp/dbe)