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Konjunktur

Asiatische Schuldenkrise: Fitch stuft Japan herab

Japan will die Steuereinnahmen erhöhen. Doch die Idee ist politisch blockiert. (Bild: Keystone)

Nach Europa rückt nun auch Japan wieder in den Fokus der Finanzmärkte: Die Ratingagentur Fitch stuft das Land herab - weitere negative Schritte drohen.

Veröffentlicht am 22.05.2012

Zusätzlich zur Krise in Europa rücken die massiven Schuldenprobleme Japans wieder in den Vordergrund. Die Ratingagentur Fitch senkte die Bonität des Landes um eine Stufe auf «A+».

Damit verteuert sich potenziell die Aufnahme neuer Kredite für Japan. Zugleich bewerteten die Bonitätswächter den Ausblick für das Land negativ und signalisierten damit, dass eine weitere Herabstufung droht. Der Yen reagierte im Handel zum Dollar mit Kursverlusten auf die Herabstufung.

Fitch rief die japanische Regierung zu zusätzlichen Schritten auf, um die Verschuldung einzugrenzen. «Der Plan des Landes zur Haushaltskonsolidierung sieht gemächlich aus», erklärte Fitch-Experte Andrew Colquhoun. «Und die Umsetzung ist politischen Risiken ausgesetzt.»

Die Pläne der Regierung zur Erhöhung der Steuereinnahmen stehen in der Schwebe. Da im Parlament die erforderlichen Stimmen fehlen, ist Ministerpräsident Yoshihiko Noda auf die Opposition angewiesen, die eine Kooperation aber ablehnt.

Riesiger Schuldenberg

Japan ist unter den Industrienationen mit grossem Abstand das am höchsten verschuldete Land. Der Schuldenberg ist doppelt so hoch wie die Wirtschaftsleistung, die umgerechnet bei 5 Billionen Dollar liegt. Probleme bereiten vor allem die hohen Sozialkosten durch die Überalterung der Gesellschaft.

Die neue Fitch-Note ist für Japan die aktuell schlechteste Bewertung. Die Agenturen Moody's («Aa3» mit stabilem Ausblick) und Standard & Poor's («AA-» mit negativem Ausblick) beurteilen die Kreditwürdigkeit des Landes derzeit höher.

(vst/tno/sda)

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