Im Kampf gegen einen konjunkturellen Abschwung wird viel Geld in die chinesische Wirtschaft gepumpt. Die Banken reichten im Juni 1,08 Billionen Yuan (128 Milliarden Euro) an neuen Krediten aus, fast 20 Prozent mehr als erwartet, wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten der Zentralbank hervorgeht. Auch die Regierung zeigt sich spendierfreudig: Ihre Ausgaben erhöhten sich im Juni um 26,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,65 Billionen Yuan (195 Milliarden Euro). Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt. Mehr Geld fliesst auch in den öffentlichen Wohnungsbau.

Grund für die Ausgabenfreude ist die Sorge vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung. Für das zweiten Quartal rechnen Experten mit einem Wachstum von 7,4 Prozent. Einen schwächeren Wert gab es zuletzt vor knapp zwei Jahren. Viele Ökonomen erwarten nun neue staatliche Hilfen, um das offizielle Wachstumsziel beim Bruttoinlandsprodukt von 7,5 Prozent zu erreichen.

(reuters/me/chb)