China hat US-Unternehmen eine Lockerung von Handelsbeschränkungen und einen leichteren Zugang zur chinesischen Wirtschaft in Aussicht gestellt. Bei der Vergabe von staatlichen Aufträgen will die Regierung in Peking künftig zudem Angebote von US-Unternehmen prüfen.

Anlass war der sogenannte strategisch-wirtschaftlichen Dialogs zwischen den beiden Ländern. Mit einem Grundlagenvertrag wollen die USA und China die Zusammenarbeit im Handel und bei Investitionen neu justieren. US-Finanzminister Timothy Geithner und der chinesische Vize-Ministerpräsident Wang Qishan unterzeichneten das Dokument am Dienstag in Washington.

"Wir beobachten einen vielversprechenden Richtungswechsel in der chinesischen Wirtschaftspolitik", erklärte Geithner. Er sehe "sehr sehr bedeutende Fortschritte" in den Wirtschaftsbeziehungen zu China in den vergangenen zwei Jahren.

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Yuan-Anhebung gefordert

Geithner würdigte die wachsende Erkenntnis Chinas, dass es sich verstärkt auf eine marktorientierte Wirtschaft zubewegen müsse, um andauerndes Wachstum zu gewährleisten. "Sie sehen ein, dass sie die Rolle des Marktes erweitern, die Anreize für Innovation in China vergrössern und einen neutraleren Wettbewerb zulassen müssen", sagte der Minister.

Zugleich wiederholte der US-Finanzminister seine Forderung, wonach China in der Währungspolitik den Yuan-Kurs schneller ansteigen lassen sollte. Der chinesische Vize-Finanzminister Zhu Guangyao sagte, beide Seiten seien sich zwar einig darin, dass der Yuan-Kurs niedrig sei. Über das Tempo der Aufwertung entscheide aber China allein.

Nach Angaben von US-Regierungsvertretern habe China signalisiert, erstmals ausländischen Versicherern Zugang zum chinesischen Automarkt zu gewähren. In der Vergangenheit haben amerikanische und europäische Unternehmen sich wiederholt beschwert über die schwierigen Geschäftsbedingungen in der Volksrepublik.

Staatsrat Dai Bingguo, Chinas höchster Aussenpolitiker, sprach von einem guten Gespräch. Das heisse nicht, dass man in allen Fragen übereingestimmt habe, "aber nach jeder Dialogrunde haben wir unser gegenseitiges Verständnis und Vertrauen vergrössert und unsere Zusammenarbeit verbessert".

Chinas Inflationsrate geht zurück

Derweil ist die Inflation In China im April leicht zurück gegangen.  Die Preissteigerung habe 5,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat ein Jahr zuvor betragen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Im März hatte die Inflationsrate mit 5,4 Prozent ein 32-Monatshoch erreicht. Die Lebensmittelpreise verteuerten sich jedoch auch im April um 11,5 Prozent.

Die chinesische Regierung hat den Kampf gegen die Inflation zur vordringlichen Aufgabe erklärt. Seit vergangenem Oktober erhöhte die Zentralbank viermal den Leitzins und Unternehmen wurden zur Mässigung bei Preiserhöhungen angehalten.

(tno/laf/sda)