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Entwicklung
China wächst so langsam wie zuletzt 1990

Chinesische Arbeiter in Shandong: Wachstum gebremst. Keystone

Das chinesische Wirtschaftswachstum ist mit 7,4 Prozent plus auf dem tiefsten Stand seit 1990, als internationale Sanktionen bremsten. Experten entwerten die Entwicklung dennoch als positiv.

Veröffentlicht am 20.01.2015

Die Jahre des Turbowachstums in China sind vorbei. Im vergangenen Jahr ist die chinesische Wirtschaft so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr. Das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt ging auf 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Das Ziel der chinesischen Regierung von 7,5 Prozent Wachstum für das ganze Jahr 2014 wurde erstmals seit Ende der 90er Jahre - wenn auch nur knapp - verfehlt. Den Exporteuren macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen. Zudem leidet China unter einer schwächelnden Binnennachfrage und einem abkühlenden Immobilienmarkt.

1990 bremsten internationale Sanktionen

Nach Angaben des Statistikamtes vom Dienstag in Peking wuchs die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal wie im Quartal davor um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Wachstum blieb damit auf dem Niveau der drei Monate zuvor, als die Wirtschaft das schwächste Quartal seit Anfang 2009 hinlegte.

Langsamer war das Jahreswachstum letztmals 1990, dem Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, als internationale Wirtschaftssanktionen gegen China verhängt worden waren. 2012 und 2013 hatte das Wachstum jeweils 7,7 Prozent erreicht.

«Neue Normalität»

Statistikchef Ma Jiantang wertete die Entwicklung bei der Vorlage der Zahlen insgesamt positiv. Die Wirtschaft entwickle sich in der «neuen Normalität« beständig. Er sah «positive Trends» wie stabiles Wachstum, eine optimierte Struktur und ein verbessertes soziales Netz.

Wegen der schlechteren Wachstumsaussichten korrigierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine bisherige Vorhersage für China am Dienstag um 0,3 Punkte auf 6,8 Prozent in diesem Jahr und um 0,5 Punkte auf 6,3 Prozent im nächsten Jahr nach unten.

Willkommene Entscheidung Richtung Konsum

Nach Angaben von Forschungsdirektor Olivier Blanchard, der den globalen Konjunkturausblick des Währungsfonds in Peking vorlegte, spiegelt der schrittweise Rückgang des Wachstums allerdings «die willkommene Entscheidung, die Wirtschaft in Richtung heimischen Konsum und weg vom Immobiliensektor und den Schattenbanken umzuorientieren».

Zahlreiche Experten rechnen nun damit, dass die kommunistische Führung ihr Wachstumsziel für 2015 auf rund sieben Prozent heruntersetzen wird. Zudem könnten Regierung und Notenbank zu weiteren Konjunkturhilfen greifen.

Wegen des Verfalls der Rohstoffpreise könnte das Wachstum in China aber nach Einschätzung von Song Guoqing, Berater der chinesischen Zentralbank, auch neuen Schwung erhalten und in diesem Jahr doch wieder 7,3 Prozent erreichen.

(sda/me)

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