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Wettbewerb
China will Bankenbranche öffnen

Parteikongress in Peking: Die Wirtschaftliche Öffnung ist ein wichtiges Thema. Keystone

Ausländische Banken sollen in China künftig mehr Spielraum erhalten. Zuletzt war ihr Marktanteil im Reich der Mitte zurückgegangen. Zudem kämpft die Zentralbank gegen Auswüchse bei der Verschuldung.

Veröffentlicht am 19.10.2017

China will seine Bankenbranche weiter für ausländische Institute öffnen. Sie sollten mehr Spielraum erhalten, sagte der Chef der Bankenaufsicht (CBRC), Guo Shuqing, anlässlich des derzeit in Peking stattfindenden KP-Parteikongresses.

Das beträfe unter anderem die Höhe der Anteile, die sie an chinesischen Geldhäusern halten dürften. Der Marktanteil ausländischer Banken in China sei in den vergangenen zehn Jahren auf 1,2 von 2,4 Prozent gesunken, sagte Guo. «Das ist kein Vorteil für den Wettbewerb und Strukturverbesserungen.»

Kredit-Regeln verschärfen

Guo kündigte zudem an, die Regeln für den Abbau von faulen Krediten zu verschärfen. Finanzrisiken müssten ebenso eingedämmt werden wie ein Anstieg an versteckten Schulden.

Chinesische Banken haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres faule Kredite im Wert von umgerechnet 125 Milliarden Euro verkauft oder abgeschrieben, wie aus Daten der Aufsicht hervorgeht.

Verschuldung als Risiko

Die Verschuldung, die etwa 258 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht, gilt als eines der grössten Konjunkturrisiken. Die Rating-Agentur S&P stufte erst im September die Kreditwürdigkeit des Landes herab, da «eine längere Phase des starken Kreditwachstums die ökonomischen und finanziellen Risiken Chinas erhöht hat».

Die Zentralbank ist sich des Problems bewusst. Ihr Chef Zhou Xiaochuan warnte am Rande des Kongresses vor einem «Minsky Moment». Er spielte damit auf eine nach dem amerikanischen Ökonom Hyman Minsky benannte Theorie an, wonach trotz boomender Wirtschaft eine plötzliche Krise auftreten kann.

Drohende Immobilienpreisblase

«Wir sollten uns darauf konzentrieren, dramatischen Anpassungen vorzubeugen», sagte Zhou mit Blick auf die hohe Verschuldung der Unternehmen und steigender Konsumkredite. Die Regierung geht bereits gegen eine drohende Immobilienpreisblase vor, was derzeit den Aufschwung leicht dämpft.

Das Bruttoinlandprodukt stieg im dritten Quartal um 6,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr hatte es noch zu 6,9 Prozent gereicht. Trotz des etwas verlangsamten Tempos dürfte das von der Regierung vorgegebene Ziel von rund 6,5 Prozent für das Gesamtjahr übertroffen werden.

(sda/gku)

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