Der chinesische Aussenhandel hat sich im Juli überraschend stark belebt. Ex- und Importe seien nach einem unerwarteten Rückgang im Juni wieder gestiegen. Das Plus fiel zudem stärker aus als von Experten erwartet.

Die Ausfuhren seien im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,1 Prozent geklettert, wie die Zollbehörde in Peking berichtete. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 2 Prozent gerechnet. Die Einfuhren legten um 10,9 Prozent zu. Hier war lediglich ein Plus von 1 Prozent erwartet worden. 

Im Juni waren beide Werte gefallen - die Exporte gingen damals zum ersten Mal seit Anfang 2012 zurück. Am Aktienmarkt kamen die aktuellen Aussenhandelszahlen gut an. Chinas Regierung kämpft mit zuletzt fallenden Wachstumsraten.

Wachstum nicht mehr um jeden Preis

Im laufenden Jahr wird der Anstieg des Bruttoinlandsprodukt (BIP) aller Voraussicht nach weiter zurückgehen. 2012 stieg das BIP um 7,8 Prozent - das war der niedrigste Anstieg seit 1999. Im zweiten Quartal 2013 hatte sich das Wachstum auf 7,5 Prozent verlangsamt.

Die seit März amtierende chinesische Führung will die Wirtschaft auf solidere Beine stellen und das Wachstum nicht mehr um jeden Preis ankurbeln. Gleichzeitig braucht sie hohe Wachstumsraten, um die immer noch hohe Armut in weiten Teilen des Landes abzubauen und die neuen Ansprüche der Mittelklasse-Schicht zu befriedigen.

(tno/aho/awp)