In China geht offenbar die Angst vor einer Finanzkrise um. Die Volksrepublik will sich schnell einen Überblick über ihre ausufernde landesweite Verschuldung verschaffen. Der Rechnungshof teilte am Sonntag auf seiner Internetseite mit, dass der Staatsrat ihm den Auftrag zur Prüfung der Verschuldung erteilt habe.

Details nannte die Behörde zunächst nicht. In der Zeitung «People's Daily», die als Sprachrohr der Regierung gilt, hiess es unter Berufung auf nicht genannte Kreise, dass die Behörde bereits in der kommenden Woche mit der Arbeit beginnen solle.

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Nach Einschätzung von Experten zeigt die Anordnung, dass in der politischen Führungsebene die Sorge vor der steigenden Verschuldung und damit einem Finanzchaos wächst.

Schätzungen schwanken stark

Die chinesischen Kommunen sind nach Einschätzung der Regierung in Peking möglicherweise höher verschuldet als bisher angenommen. Die Regierung wisse nicht genau Bescheid, wie viele Schulden die örtlichen Verwaltungen angehäuft hätten, hatte erst kürzlich Vize-Finanzminister Zhu Guangyao gesagt.

Seit 2010 seien keine neuen Zahlen veröffentlicht worden. Damals lag die Verschuldung der Kommunen bei 10,7 Billionen Yuan (rund 1,66 Billionen Franken nach aktuellem Wechselkurs).

Die Schätzungen zur Verschuldung der Kommunen schwanken stark. Die Bank Standard Chartered rechnet mit einem Verschuldungsgrad von 15 Prozent der Wirtschaftsleistung, die Credit Suisse geht von 36 Prozent aus.

(tno/sda)