Chinas Industrie ist im Juni kaum noch gewachsen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf 50,9 von 52,0 Punkten im Vormonat, wie der Branchenverband Logistik und Einkauf am Freitag mitteilte. Immerhin notierte der Index weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Experten hatten nicht mit einem derart starken Rückgang gerechnet. Zu schaffen macht den Unternehmen die deutlich geringere Nachfrage aus dem Ausland. Doch auch die zunehmend restriktive Politik der Notenbank dämpft die Geschäfte der Firmen.

Die chinesische Notenbank hat zuletzt mehrfach die geldpolitischen Zügel angezogen, um den Preisdruck zu bekämpfen und eine konjunkturelle Überhitzung zu verhindern. Die jüngsten Umfrage-Daten zur Industrie signalisieren zwar keinen Abbruch des Wachstums in China. Manche Experten rechnen nun aber damit, dass die Notenbank auf einen lockereren Kurs umschwenkt, um eine allzu harte Landung der Wirtschaft zu verhindern.

Die Teuerungsrate in China lag im Mai mit 5,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit 34 Monaten und dürfte im Juni weiter auf sechs Prozent steigen. Erst vor wenigen Tagen hatte Ministerpräsident Wen Jiabao erstmals signalisiert, dass es seiner Regierung schwer fallen dürfte, ihr Inflationsziel von vier Prozent in diesem Jahr zu erreichen.

(cms/kgh/sda)

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