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Chinas Staatsfonds warnt vor Zerfall der Euro-Zone

China hält die grössten ausländischen Devisenreserven der Welt. (Bild: Keystone)

Chinas Staatsfond CIC fürchtet ein Auseinanderbrechen der europäischen Währungsunion. Für CIC-Chef Lou Jiwei gibt es derzeit zuviel Risiko an Europas Märkten.

Veröffentlicht am 07.06.2012

Die anhaltende Schuldenkrise hat das Vertrauen des chinesischen Staatsfonds CIC in Europa erschüttert. Der Fonds mit einem Vermögen von 410 Milliarden Dollar fürchtet, dass die Währungsunion auseinanderbricht.

«Wir finden derzeit, dass es zu viel Risiko an Europas öffentlichen Märkten gibt», sagte CIC-Chef Lou Jiwei in einem Interview mit dem «Wall Street Journal» vom Donnerstag. Die Gefahr eines Auseinanderbrechens steige.

Europa ist für die Volksrepublik der grösste Exportmarkt. Es ist das erste Mal, dass ein hochrangiger Vertreter der Regierung in Peking den teilweisen Rückzug aus Europa öffentlich macht. Angesichts der schwerwiegenden Probleme in Spanien und Griechenland droht die Euro-Zone immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten.

Welche Summe der Staatsfonds aus Europa abgezogen hat und in welchen Bereichen, ist unbekannt. Lou betonte, dass sein Land über direkte Beteiligungen und Privatinvestitionen weiter in Europa anlege. In der Vergangenheit hat Peking versucht, die europäischen Bemühungen zur Lösung der Schuldenkrise zu unterstützen.

Allerdings liess die Volksrepublik bisher offen, ob sie einen europäischen Rettungsschirm mit eigenen Geldern stützt oder ob sie Euro-Bonds - sofern sie aufgelegt würden - kaufen würde. Vor allem letzteres scheint in weite Ferne gerückt. Laut Lou ist dabei das Risiko zu hoch und die Einnahmen zu gering.

China hält mit 3,3 Billionen Dollar die grössten ausländischen Devisenreserven der Welt. Allein deswegen schielen viele schuldengeplagte Länder und Firmen ins Reich der Mitte und hoffen auf finanzielle Hilfe.

(rcv/awp)

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