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Chinas Wirtschaft kühlt sich weiter ab

Chinesen betrachten das Modell eines Hochgeschwindigkeitszuges: Höher, schneller, weiter bleibt das Motto. (Bild: Keystone)

Chinas Wirtschaft bleibt anfällig für Rückschläge. Stimmungsindikatoren zeigen eine weitere Abkühlung an. Doch das Wachstum bleibt aus westlicher Sicht gigantisch.

Veröffentlicht am 02.01.2014

Der Stimmungsindikator der Einkaufsmanager in der chinesischen Industrie der britischen Grossbank HSBC fiel im Dezember von 50,8 auf 50,5 Zähler. Es ist bereits der dritte Rückgang in Folge. Dennoch sehen Experten derzeit keine Gefahr für die konjunkturelle Entwicklung in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Chinas Industrie dürfte demnach auf Wachstumskurs bleiben.

Der HSBC-Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe, der auf einer Umfrage in mehr als 400 Unternehmen basiert, liegt nämlich bereits den fünften Monat über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten. Werte über dieser Marke deuten auf Wachstum in Chinas Industrie hin.

Daten bestätigen vorhergehende Angaben

Bereits am Mittwoch hatte der chinesische Einkaufs- und Logistikverband (CFLP) für den Dezember eine unerwartet starke Abkühlung der Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie gemeldet. Der Indikator fiel demnach von 51,4 Punkten im Vormonat auf 51,0 Zähler, während Volkswirte 51,2 Punkte erwartet hatten. Laut dem Verband rutschte die Stimmung in den Führungsetagen auf den tiefsten Wert seit dem vergangenen August. Der offizielle Stimmungsindikator des CFLP stützt sich vorwiegend auf grosse und staatliche Unternehmen. Der Indikator der HSBC-Bank bildet dagegen eher die Stimmung in privaten und kleineren Firmen ab.

Der Rückgang des Stimmungsbarometers für die chinesische Industrie sollte nach Einschätzung des Experten Frederik Kunze von der NordLB nicht als «böse Überraschung» gewertet werden. Chinas Industriesektor bleibe vorerst auf einem moderaten Wachstumskurs und für 2013 erwartet Kunze ein Wirtschaftswachstum von 7,6 Prozent.

Einschneidende Reformen

Zuletzt hatte die politische Führung in Peking einschneidende Reformen angekündigt. Mit Sorge blicken Experten derzeit aber auf die Entwicklung der Kreditvergabe zwischen den chinesischen Banken. Kurz vor dem Jahreswechsel waren die Zinssätze auf dem sogenannten Geldmarkt zeitweise kräftig gestiegen und hatten die Sorge vor einer Liquiditätsklemme geschürt.

(awp/se)

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