Trotz Wachstums: Auch in Ostasien dürfte man laut der Weltbank eine Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen. Einer der Gründe seien die Sparpakete in Europa, die die Nachfrage drosseln. Hohe Währungsreserven und Leistungsbilanzüberschüsse schützen die Länder zwar vor möglichen Schocks, doch sollten sie die Binnennachfrage weiter ankurbeln, sagte Weltbankchefökonom Bert Hofman.

Die Region Ost-Asien mit China dürfte in diesem Jahr 8,2 Prozent zulegen (4,7 Prozent ohne China), nach 9,7 Prozent im vergangenen Jahr. Im nächsten Jahr rechnen die Ökonomen mit 7,8 Prozent Wachstum. 38 Millionen Menschen seien der schlimmsten Armut in diesem Jahr entkommen. Der Anteil derjenigen, die mit weniger als zwei US-Dollar am Tag leben müssen, gehe von 26 auf 24 Prozent zurück.

Industrieproduktion zurückgegangen

Vor allem die Industrieproduktion sei in der zweiten Hälfte des Jahres zurückgegangen, auch wenn China immer stärker aus den Nachbarländern importiert, berichtete die Weltbank in ihrem halbjährlichen Report. Die Elektronik-Exporte hätten gelitten. Unter anderem sackte die Produktion in Thailand ein. Dort werden nach Schätzungen bis zu 45 Prozent der weltweit benötigten Festplatten gefertigt. Überschwemmungen haben dort Fabriken wochenlang unter Wasser und ausser Gefecht gesetzt. Die Wachstumsprognose für Thailand wurde auf 2,4 gesenkt, doch glaubt die Weltbank, dass der Wiederaufbau die Konjunktur im kommenden Jahr beflügeln kann.

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Die Weltbank empfiehlt den Ländern höhere Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Sozialleistungssysteme. So könnten sie ihre Produktivität erhöhen. Falls nötig, sollten Konjunkturanreize geschaffen werden, das Geld sei in den meisten Ländern vorhanden. Allerdings müsste es eingesetzt werden, um Strukturreformen voranzutreiben und damit die Binnennachfrage anzukurbeln. In die Region Ostasien bezieht die Weltbank China sowie zwölf weitere Länder und mehrere Inselstaaten im Pazifik ein.

(laf/awp)