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Konjunktur

Export-Knick: China spürt globale Abkühlung

China muss sich zunehmend auf die heimische Wirtschaft verlassen. Der Exportriese bekommt allmählich die globale wirtschaftliche Abkühlung zu spüren. Die Exporte wuchsen im Mai wesentlich schwächer al

Veröffentlicht am 10.06.2011

Das Wachstum der chinesischen Ausfuhren hat sich im Mai überraschend deutlich abgeschwächt, wie die am Freitag veröffentlichte amtliche Statistik zeigt. Dagegen deuten stärker anziehende Importe auf eine weiter gesunde Nachfrage in der zweitgrössten Volkswirtschaft hin. Insgesamt unterstrichen die Zahlen die deutlichen Unsicherheiten für die weltweite Erholung, sagte Analyst Chen Yong von Huatai United Securities.

China bemüht sich, mit einer strafferen Geldpolitik eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden und die Inflation unter Kontrolle zu halten. Viele andere Länder befürchten daher einen herben Wachstumsdämpfer, wenn die Bestellungen aus der Volksrepublik nachlassen.

Doch die chinesische Konjunktur läuft weiter auf Hochtouren. Im vergangenen Monat lagen die Einfuhren um 28,4 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Der Zuwachs bedeutet eine Beschleunigung im Vergleich zum April und liegt über den Erwartungen von Volkswirten. China ist der wichtigste Abnehmer vieler Rohstoffe und hat einen gewaltigen Energiebedarf, um seine Fabriken am Laufen zu halten.

Weniger Exporte in die USA

Die Handelsdaten deuten jedoch zugleich auf eine nachlassende Nachfrage aus dem Ausland hin. So legten die Exporte im Mai im Vorjahresvergleich nur noch um 19,4 Prozent zu. Im April waren es noch 29,9 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die USA, wo die wirtschaftliche Erholung an Schwung verliert, zogen bei weitem nicht mehr so stark an wie zuletzt.

Eine deutliche Verlangsamung gab es auch bei den Exporten in die Europäische Union, die von einer Schuldenkrise in einigen Mitgliedsländern gebeutelt wird. Umfragen in der chinesischen Industrie hatten bereits auf eine schwächere Auftragsentwicklung im Geschäft mit den meisten wichtigen Handelspartnern gedeutet.

Chinas Handelsüberschuss stieg im Mai auf 13,1 Milliarden von 11,4 Milliarden Dollar im April. Dies sei immer noch ein relativ hohes Niveau, sagte Analyst Chen. "Das bedeutet, dass der Druck, den Yuan aufzuwerten, hoch bleiben wird", ergänzte er. Insbesondere die USA werfen China vor, den Kurs der heimischen Währung künstlich niedrig zu halten und sich damit unfaire Handelsvorteile zu verschaffen.

(tno/sda)

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