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Aussenhandel
Indien kämpft gegen riesige Goldnachfrage

Armreif in einem Laden in in Jammu: Gold ist ein beliebtes Geschenk bei Hochzeiten. (Bild: Keystone)

Die indische Regierung schränkt den Handel mit Gold und Devisen ein. Sie will einen Absturz der Rupie verhindern.

Veröffentlicht am 14.08.2013

Indien kämpft mit immer drastischeren Mitteln gegen den Kursverfall der Rupie. Das Land führte am Mittwoch neue Beschränkungen im Handel mit Gold und Devisen ein, um das Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. So verbot die Regierung unter anderem den Import von Goldmünzen und verpflichtete Goldkäufer, den Preis bereits vorab in bar zu bezahlen.

Die Regierung will die riesige Goldnachfrage eindämmen, weil sie das Aussenhandels-Defizit weiter verschärft. Die indische Tradition, Gold bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten zu verschenken, hat das Land zum weltgrössten Gold-Importeur gemacht.

Die Regierung bekräftige ihre Entschlossenheit, einen «Absturz» der Rupie zu verhindern. Die schwächelnde Landeswährung Rupie war zuletzt zum Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Zur Stützung der Rupie hatte die Notenbank bereits in den vergangenen Wochen die Zinsen für kurzfristige Kredite kräftig angehoben sowie indischen Auslandsinvestitionen einen Riegel vorgeschoben.

Zum Leidwesen von Politik und Notenbank kletterte die Inflation zuletzt über das Zielband der Reserve Bank of India. «Dies sind offensichtlich extreme Massnahmen, aber ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Schritte», kommentierte Volkswirt Sujan Hajra von dem Broker Anand Rathi.

Spekulationen über Straffung der US-Geldpolitik 

Die Regierung fürchtet, dass ein weiterer Fall der Rupie das Aussenhandelsdefizit weiter ausweitet - weil sich in diesem Fall Importe verteuern würden. Dies könnte zudem die Investitionen bremsen und das Wirtschaftswachstum weiter verlangsamen.

Die Währungsschwäche ist auch mit der Absicht der US-Zentralbank Federal Reserve zu erklären, den milliardenschweren Ankauf von Wertpapieren zur Stützung der Konjunktur noch in diesem Jahr zu drosseln.

Die extrem lockere Geldpolitik der Fed hatte in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viel Kapital in Schwellenländer floss und die dortigen Währungen erstarken liess. Jüngste Spekulationen über eine Straffung der US-Geldpolitik lösten dann eine Umkehr des Kapitalflusses aus. 

(tno/reuters)

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