China hält seine Landeswährung Renminbi Yuan nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr künstlich klein.

Der Wechselkurs habe sich im vergangenen Jahr so entwickelt, dass nun nicht mehr von einer Unterbewertung gesprochen werden könne, sagte der zuständige IWF-Vizedirektor Markus Rodlauer am Dienstag in Peking. Nach einer Auswertung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat der reale effektive Wechselkurs des Yuan in den vergangenen fünf Jahren um 33 Prozent zugelegt.

Produkte billiger im Ausland

Peking war von seinen westlichen Handelspartner und vom IWF seit langem vorgeworfen worden, den Wechselkurs künstlich niedrig zu halten, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. Denn eine schwache Währung macht chinesische Produkte im Ausland billiger. In den vergangenen Jahren hatte China auch durch diesen Vorteil riesige Handelsüberschüsse eingefahren.

Der IWF rief die Regierung in Peking nun dazu auf, in den nächsten zwei, drei Jahren für einen freien Wechselkurs zu sorgen. Zudem sollte China der Wirtschaft weiter unter die Arme greifen, falls diese im laufenden Jahr weniger als 6,5 Prozent wachse. Der IWF selbst rechnet mit einem Plus von 6,8 Prozent 2015 und von 6,25 Prozent für 2016.

7,4 Prozent sind wenig für China

Im vergangenen Jahr hatte die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft um 7,4 Prozent zugelegt - dies ist für europäische Verhältnisse viel, in China aber der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Anfang dieses Jahres hatte die Wirtschaft erneut Schwung verloren.

(sda/tno/ama)

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