Japan hat dank guter Geschäfte im Automobilsektor ein unerwartet starkes Export-Wachstum verzeichnet. Im März seien die Ausfuhren im Jahresvergleich um 5,9 Prozent gestiegen, teilte die Regierung mit. Volkswirte hatten zuvor nur einen minimalen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

Allerdings wird der Jahresvergleich durch die Folgen des verheerenden Erdbebens und dem anschliessenden Tsunami verzerrt. Japan wurde im März 2011 von einem der stärksten Beben in der Geschichte des Landes heimgesucht.

Wiederaufbau als Triebfeder

Zudem sei auch das japanische Handelsbilanzdefizit im März unerwartet niedrig ausgefallen. Die Regierung meldete ein Minus von 82,6 Milliarden Yen (etwa 772 Millionen Euro). Hier hatten Volkswirte zuvor 223,2 Milliarden Yen erwartet. Die Konjunkturdaten untermauern die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass die japanische Wirtschaft im laufenden Jahr um mehr als zwei Prozent wachsen könnte.

Nach wie vor gilt der Wiederaufbau der vom Erdbeben verwüsteten Regionen als die Haupttriebfeder für die konjunkturelle Entwicklung in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt.

Japans Exportwirtschaft profitiert aber auch vom jüngsten Kursrückgang des Yen. Die Bank of Japan hatte zuletzt mit ausserordentlichen Massnahmen den Höhenflug der Landeswährung gestoppt und damit die Geschäfte der exportorientierten japanischen Konzerne erleichtert.

(tno/muv/awp)