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Japan leiht sich Geld – zu einer negativen Rendite

Flugzeug über dem Fujiyama: Japan hat Negativzinsen auf langjährigen Bonds. Keystone

Bei einer Auktion von japanischen Staatsanleihen am Dienstag zahlten die Anleger erstmals dafür, dem Staat Geld leihen zu dürfen. Negative Renditen auf Staatspapiere gibt es auch anderswo.

Veröffentlicht am 01.03.2016

Japan hat sich erstmals zu einer negativen Rendite über zehn Jahre Geld geliehen. Bei einer Auktion von Staatsanleihen am Dienstag lag die durchschnittliche Rendite bei minus 0,024 Prozent. Die Rendite ist quasi der Kreditzins von Anleihen. Die Anleger zahlen also dafür, dem Staat Geld leihen zu dürfen.

Dass die Investoren den «Negativzins» akzeptieren, hat im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens haben sie keine besseren Alternativen. Denn wenn sie ihr Geld bei der Zentralbank parken wollen, müssen sie auch hierfür draufzahlen, und zwar noch deutlich mehr. Den entsprechenden Zinssatz hat die japanische Notenbank Ende Januar auf minus 0,1 Prozent festgesetzt.

EZB und Deutschland erheben ebenfalls «Gebühr»

Zweitens rechnen viele Anleger mit weiteren geldpolitischen Lockerungen, die den Druck auf das allgemeine Zinsniveau erhöhen würden. Tomoshisa Fujiki, Experte bei der Bank BNP Paribas, rechnet daher damit, dass auch bei weiteren Anleiheemissionen mit zehnjähriger Laufzeit die Rendite im negativen Bereich bleiben wird.

Negative Renditen auf Staatspapiere gibt es zurzeit auch in Deutschland, allerdings nicht bei zehnjähriger Laufzeit. bei fünfjährigen Papieren liegt die Rendite im freien Handel derzeit bei minus 0,412 Prozent. Auch die Europäische Zentralbank erhebt eine Art Gebühr für Geld, das die Geschäftsbanken bei ihr parken.

(awp/gku/ama)

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