Trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung hält die japanische Notenbank ihr Pulver trocken. Die japanischen Währungshüter liessen am Freitag ihren niedrigen Leitzins unverändert in der Spanne von 0 bis 0,1 Prozent und zogen keine neuen Konjunkturspritzen auf.

Die Bank von Japan (BOJ) erklärte, die heimische Wirtschaft setze nach dem Erdbeben im März ihre Erholung fort. Das Wachstum in Übersee dürfte sich verlangsamen, aber getragen von den Schwellenländern im Trend gefestigt bleiben.

Die Notenbank ist laut Gouverneur Masaaki Shirakawa jedoch weiter auf der Hut: «Wir müssen sehr genau beobachten, ob sich zusätzliche Risiken durch die erhöhte globale Unsicherheit ergeben und die japanische Wirtschaft bremsen.» Zugleich verwies er darauf, dass die Schuldenkrise in Europa auch nicht ohne Folgen für die drittgrösste Volkswirtschaft bleiben dürfte.

Ausstrahlende Eurokrise

«Das Szenario ist, dass Europas Schuldenproblem auf die internationalen Finanzmärkte ausstrahlt und damit auch Auswirkungen auf Japan hat», sagte er. Deshalb seien stabile Finanzmärkte so wichtig.

Fachleute erwarten, dass Japan im dritten Quartal die Rezession hinter sich lässt, zu der Erdbeben und Flutwelle im Frühjahr geführt haben. Die Lieferketten der Unternehmen funktionieren wieder.

Keine Konjunkturspritzen in Japan

Die Schuldenkrise in Europa hat viel Unsicherheit an den Finanzmärkten und bei Unternehmen ausgelöst. Zudem vertrauen sich die Banken untereinander kaum noch. Die EZB greift der Finanzbranche deshalb mit neuen Milliarden unter die Arme. Die Zentralbanker legen ein 40 Mrd. Euro schweres Ankaufprogramm für Pfandbriefe und andere gedeckte Anleihen auf.

Die britische Notenbank will ihre Staatsanleihenkäufe um 75 Mrd. Pfund ausweiten. Zuletzt hatte auch die US-Notenbank Fed signalisiert, die schwächelnden US-Wirtschaft notfalls anzukurbeln.

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(vst/sda)