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Korrektur
Japans Wirtschaft ist gewachsen statt geschrumpft

Premierminister Abe: Seine Politik ist vielleicht doch noch nicht gescheitert. Reuters

Anders als zunächst vermeldet, ist die japanische Wirtschaft zwischen Juli und September gewachsen, statt geschrumpft. Trotz der überraschenden Korrektur der Daten bleibt aber noch viel zu tun.

Veröffentlicht am 08.12.2015

Japans Wirtschaft ist im dritten Quartal leicht gewachsen. Nach revidierten Berechnungen der Regierung vom Dienstag legte die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 1,0 Prozent zu. Zunächst war ein Rückgang von 0,8 Prozent errechnet worden. Das hätte eine technische Rezession bedeutet, da Japans Wirtschaft im Vorquartal um 0,7 Prozent geschrumpft war.

Nach den neuesten Daten legte die Wirtschaft jedoch zu, und zwar dank der Investitionen der Unternehmen. Hatte die Regierung zunächst einen Rückgang der Kapitalausgaben von 1,3 Prozent vermeldet, legten die Börsen in einer ersten Reaktion zunächst zu, wie aus den revidierten Daten hervorgeht.

Schub für «Abenomics»?

Die überraschende Korrektur sorgte an der Tokioter Börse für steigende Kurse. Auch für die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe ist dies eine gute Nachricht, hatten Kritiker doch bereits seine «Abenomics» genannte Wirtschaftspolitik praktisch für gescheitert erklärt.

Abe will sein Land mit schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen, einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik und Reformen aus der jahrelangen Stagnation und Deflation führen. Doch gerade bei den angekündigten Strukturreformen sehen Ökonomen weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

(awp/gku/ama)

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