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Kempinski will in Nordkorea eigenes Hotel betreiben

Hotelkette Kempinski will mit Nordkorea gemeinsame Sache machen
Das Wahrzeichen in Pjöngjang: Die Statue des verstorbenen Diktators Kim Il Sung. (Bild: Keystone)

Wenn das nur gut geht: Die deutsche Hotelkette Kempinski verhandelt mit der kommunistischen Führung des Landes über die Erlaubnis, ein Hotel in der nordkoreanischen Hauptstadt betreiben zu dürfen.

Es wäre der erste westliche Hotelbetreiber im abgeschotteten kommunistischen Nordkorea: Der Luxushotelbetreiber Kempinski verhandelt derzeit über den Betrieb eines Hotels in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

 

Verhandlungspartner der Nordkoreaner ist das Unternehmen Key International Hotels Management, das ein Joint Venture zwischen Kempinski und einem chinesischen Partner ist, wie die Sprecherin von Kempinski Hotels, Kerstin Heinen, in Berlin der Nachrichtenagentur dpa in Seoul bestätigte. Bei den Gesprächen geht es um den Einzug in das 105-stöckige, pyramidenförmige Ryugyong-Hotel, das Nordkorea bereits in den 80er Jahren zu bauen begonnen hatte und dass als ein neues Wahrzeichen der Stadt gelten sollte.

Das Hotel solle im Juli oder August des nächsten Jahres teilweise geöffnet werden, zitierte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg Kempinski-Chef Reto Wittwer, der an einem Forum in Seoul teilnahm. Die Verhandlungen liefen noch, sagte Heinen in Berlin. «Ein Vertrag ist noch nicht unterschrieben.» An Key International Hotels halten Kempinski und die staatliche chinesische Tourismusgruppe BTG jeweils 50 Prozent. Mit BTG hatte Kempinski schon beim Eintritt in den chinesischen Markt vor 20 Jahren zusammengearbeitet.

Kempinski will das Hotel managen

Kempinski wäre der erste westliche Hotelbetreiber in dem weithin abgeschotteten Nordkorea, das das Tourismusgeschäft als Devisenquelle ausbauen will. Die obersten Stockwerke des Ryugyong-Hotels sollen laut Wittwer, der gebürtiger Schweizer ist, zunächst 150 der ursprünglich geplanten 1500 Zimmer Gäste aufnehmen können. Dazu kämen Läden, Restaurants und ein Festsaal. «Dieses Pyramiden-Monsterhotel wird das gesamte Geschäft in der Stadt monopolisieren», wurde der Schweizer zitiert. «Ich sagte mir selbst, dass wir dieses Hotel haben müssen, wenn immer sich eine Chance bietet, weil es eine Gelddruckmaschine sein wird, falls Nordkorea sich öffnet.»

Kempinski wolle das Hotel managen, während das ägyptische Unternehmen Orascom Telecom Media & Technology Holding SAE das Hotel finanzieren wolle, hiess es. Die Finanzierung sei Teil eines 400 Millionen Dollar teuren Lizenzgeschäfts mit Nordkorea aus dem Jahr 2008. Orascom hatte eine landesweite Lizenz zum Aufbau eines UMTS-Netzes in dem verarmten, aber hochgerüsteten Land erhalten. Seitdem haben die Ägypter für 180 Millionen Dollar die Fassade des Ryugyong-Hotels fertiggestellt. Die Arbeiten an dem Gebäude waren aus Geldmangel lange Jahre unterbrochen.

(muv/sda)

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