Am letzten Tag der Staatstrauer um Nordkoreas verstorbenen Machthaber Kim Jong Il ist dessen jüngster Sohn Kim Jong Un an einer Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang zu seinem Nachfolger ausgerufen worden.

«Der geachtete Kamerad Kim Jong Un ist der neue oberste Führer unserer Partei und der Armee», sagte Kim Yong Nam, der formell Staatschef des kommunistischen Landes ist, nach Angaben des Staatsfernsehens bei der Kundgebung.

Wie im Fernsehen zu sehen war, sprach Kim Yong Nam von einem Balkon über dem nach dem Staatsgründer und Vater des verstorbenen Machthabers benannten Kim-Il-Sung-Platz vor zehntausenden Soldaten und Zivilisten. An seiner Seite stand in einem dunklen Mantel Kim Jong Un.

«Das grosse Herz von Kamerad Kim Jong Il hat aufgehört zu schlagen», sagte Kim Yong Nam. «Ein so unerwarteter und vorzeitige Abschied ist der grösste und unglaublichste Verlust für unsere Partei und die Revolution.«

Loyales Militär

Der Militärvertreter Kim Jong Gak versicherte dem neuen Führer die Treue des Militärs. Die Armee spielt mit 1,2 Millionen Soldaten eine wichtige Rolle in der Politik Nordkoreas.

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Zum Abschluss der Kundgebung wurde die Internationale gespielt, bevor Kanonen 20 Salutschüsse abfeuerten. Anschliessend wurde im ganzen Land eine dreiminütige Schweigezeit abgehalten. Mit der Zeremonie endete offiziell die 13-tägige Trauerzeit.

Kim Jong Il hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet. Der Diktator, der das Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember an einem Herzinfarkt gestorben.

Am Mittwoch hatte Nordkorea mit einer pompös inszenierten öffentlichen Beisetzungsfeier in Pjöngjang Abschied von Kim genommen.

(rcv/laf/sda)