Im Kampf gegen die sich ausbreitende tödliche Atemwegskrankheit Mers schnürt Südkorea ein milliardenschweres Konjunkturpaket. Umgerechnet mehr als zwölf Milliarden Euro (15 Billionen Won) werden dafür bereitgestellt, beschloss die Regierung am Donnerstag in Seoul.

Mittlerweile starben 29 Menschen in Südkorea an dem Middle East Respiratory Syndrome (Mers), 18 sind daran erkrankt. Mehrere Tausend Menschen sind in Quarantäne. Aus Angst vor einer Ansteckung bleiben viele Südkoreaner zu Hause.

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«Jedes bisschen hilft ein wenig»

Das Finanzministerium erwartet, dass dies etwa 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte Wirtschaftwachstum kosten kann. Im Einzelhandel schrumpften die Umsätze zuletzt zum Teil im zweistelligen Prozentbereich. Die Zentralbank senkte bereits vorsorglich ihren Leitzins auf das Rekordtief von 1,5 Prozent, um mit billigem Geld die Wirtschaft anzuschieben. Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen.

Vom erweiterten Haushalt versprechen sich Experten allerdings keinen grossen Konjunkturimpuls. «Der Schub für die heimische Wirtschaft dürfte nicht so stark sein, wie die Grösse des Pakets nahelegt. Aberq jedes bisschen hilft ein wenig», sagte Ökonom Frederic Neumann von der Grossbank HSBC.

(sda/me/ama)