Der absehbare Kurswechsel in der US-Geldpolitik veranlasst immer mehr ausländische Anleger dazu, amerikanische Staatsanleihen abzustossen. Wie aus Zahlen des Finanzministeriums hervorgeht, verkauften Privatinvestoren aus dem Ausland im Juni netto Treasuries im Wert von 40,1 Milliarden Dollar. Das ist ein Rekordwert und das dritte Minus in Folge.

Öffentliche Gläubiger Amerikas verringerten ihr Engagement in amerikanischen Staatstiteln vergleichsweise moderat um per Saldo 700 Millionen Dollar.

Als wichtigster Grund für den Rückzug ausländischer Investoren gilt die Erwartung, dass sich die US-Notenbank Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe zur Konjunkturstützung zusehends verringern dürfte.

Kurswechsel im September oder Dezember

Einen ersten Schritt erwarten die meisten Beobachter im September oder Dezember. Bereits seit Wochen stehen Treasuries deswegen unter Druck, im Gegenzug steigt ihre Rendite.

Auch in der Gesamtbetrachtung, also unter Einschluss anderer Anlageklassen wie Aktien, verloren die USA im Juni Kapital. Insgesamt belief sich der Abfluss auf netto 19,0 Milliarden Euro. Der Abzug langfristiger Mittel betrug per Saldo 66,9 Milliarden Euro. Die USA benötigen stetige Kapitalzuflüsse aus dem Ausland, um damit ihr hohes Defizit in der Leistungsbilanz zu finanzieren.

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(vst/awp)