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Erwerbsstatistik
Ausländer verhelfen Schweiz zu Jobrekord

Arbeiter im Bündner Oberland: Die Beschäftigung in der Schweiz ist auf Rekordstand. (Bild: Keystone)

Mit der hohen Migration steigt die Zahl der Beschäftigten in der Schweiz auf ein neues Rekordhoch. Inzwischen kommen drei von zehn Erwerbstätigen aus dem Ausland - so viele wie nie.

Von Mathias Ohanian
am 30.09.2013

Die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz ist im zweiten Quartal auf einen neuen Rekordwert gestiegen: Insgesamt gingen 4,82 Millionen Personen einer Arbeit nach - 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt die vierteljährliche Schweizerische Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS), die am Montag veröffentlicht wurde.

Zahl der ausländischen Arbeitskräfte steigt um 3,0 Prozent

Der Anstieg ist vor allem auf den kräftigen Zustrom aus dem Ausland zurückzuführen: Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte stieg im Vorjahresvergleich um 3,0 Prozent auf 1,41 Millionen - und damit ebenfalls auf den höchsten je gemessenen Wert. Mit einem Anteil von über 29 Prozent an der Gesamtbeschäftigung kommen heute fast drei von zehn in der Schweiz Erwerbstätige aus dem Ausland. Laut einem BFS-Mitarbeiter ist das der höchste Anteil seit Einführung der Statistik im Jahr 1991.

Bei den ausländischen Erwerbstätigen zeigte sich die Zunahme in erster Linie bei den Niedergelassenen (plus 5,4 Prozent), bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern (plus 4,4 Prozent) und bei den Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligung, die seit weniger als 12 Monaten in der Schweiz leben (plus 8,3 Prozent). Die Zahl der Personen mit einer längerfristigen Aufenthaltsbewilligung, oder die mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung, die seit mehr als 12 Monaten in der Schweiz leben, ging hingegen zurück um 2,9 Prozent zurück.

Zahl der Schweizer Erwerbstätigen nimmt nur leicht zu

Zum Vergleich: Die Zahl der Schweizer Erwerbstätigen stieg in den vergangenen zwölf Monaten lediglich um 0,6 Prozent auf 3,42 Millionen. Damit liegt dieser absolute Wert unter dem der drei vergangenen Quartale. Das schwache Plus bei den helvetischen Beschäftigten dürfte Kritikern zusätzlichen Rückenwind geben, die eine Verschärfung der Beschränkung des Schweizer Arbeitsmarktes für Ausländer fordern. Gemäss den Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat wird der Ausländeranteil innerhalb der Europäischen Union nur von Luxemburg übertroffen. Tatsächlich kommen einige Studien - wie etwa das Seco in diesem Frühsommer - jedoch zu dem Ergebnis, dass ausländische Beschäftigte Schweizer oftmals nicht in die Arbeitslosigkeit verdrängen und auch die Lohnentwicklung nicht stark beeinträchtigen.

Insgesamt stieg in der Schweiz im Frühjahrsquartal nicht nur die Zahl der Arbeitstätigen, es gibt heute auch mehr Arbeitslose: Im zweiten Quartal dieses Jahres waren 193'000 Personen gemäss der Definition des Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erwerbslos. Das sind 22'000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Erwerbslosenanteil gemäss ILO stieg damit von 3,7 Prozent im Vorjahr auf 4,2 Prozent. Diese Zahlen verfestigen die These einiger Arbeitsmarktexperten, dass die strukturellen Probleme auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zunehmen könnten.

Deutlich mehr Jugendliche arbeitslos

Gleichzeitig legt in der Schweiz auch die Jugendarbeitslosigkeit im vergangenen Jahr zu: Gemäss ILO-Definition stieg sie deutlich von 6,1 Prozent auf 7,0 Prozent. Im Gegensatz zum restlichen Europa sind diese Werte allerdings nach wie vor tief: In der Europäischen Union war im zweiten Quartal fast jeder vierte Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Der Anteil lag bei 23,2 Prozent, im vergangenen Jahr waren es noch 22,6 Prozent.

(Mit Material von sda)
 

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