Daten vom Freitag zeigten, dass die Geschäfte der Industrie im August so stark geschrumpft sind wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. «Die Zahl reiht sich ein in eine lange Kette von Enttäuschungen, die uns in den vergangenen Wochen aus dem Land erreicht haben, das noch vor wenigen Monaten als der grosse Hoffnungsträger für die weltkonjunkturelle Entwicklung galt», erklärten die Analysten der Metzler Bank.

Der Dow-Jones-Index ging auf Talfahrt und schloss 3,1 Prozent tiefer auf 16'459 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 brach 3,2 Prozent auf 1970 Zähler ein. Damit fiel das Marktbarometer erstmals seit dem 2. Februar unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten.

Grösster Rückgang seit fast vier Jahren

Für den S&P-500-Index war es der grösste Rückgang an einem Tag seit knapp vier Jahren. Die Technologiebörse Nasdaq fiel sogar 3,5 Prozent auf 4706 Punkte. Vor allem im späten Geschäft beschleunigten sich die Verluste. Im Wochenvergleich verlor der Dow 5,8 Prozent, der S&P 5,8 Prozent und die Nasdaq 6,8 Prozent.

Bei den Einzelwerten erfreute der SAP -Konkurrent Salesforce die Händler mit starken Zahlen und einer höheren Prognose. Der Softwarekonzern liegt nun auf der Weltrangliste der grössten IT-Unternehmen auf dem vierten Platz. Salesforce-Aktien stiegen gegen die Tendenz um knapp zwei Prozent.

Deere enttäuschte dagegen mit einem Gewinneinbruch von 40 Prozent und einem Absatzrückgang von 20 Prozent. Der Landmaschinenbauer machte eine Schwäche des US-Agrarmarkts für seine Lage verantwortlich. Die Anleger straften die Titel des Unternehmens mit einem Minus von mehr als acht Prozent ab.

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Lanfristiger Trend?

An den Börsen herrschte zudem die Befürchtung, dass sich der Wachstumsrückgang in China als langfristiger Trend herausstellen könnte. Das dürfte vor allem exportorientierte Industriezweige wie die Autobauer treffen. Anteilsscheine von General Motors liessen vier Prozent Federn, Ford-Papiere fielen 3,9 Prozent.

Apple-Scheine verbilligten sich um mehr als sechs Prozent. Experten zeigten sich weiter über den Absatz des gewinnträchtigen iPhones in China besorgt. Dagegen zogen Hewlett-Packard-Aktien nach Vorlage der Geschäftszahlen um 0,4 Prozent an. Der PC-Hersteller will sich in den kommenden Monaten aufspalten.

Der Dax ging 2,9 Prozent schwächer bei 10'124,52 Punkten ins Wochenende, das war der tiefste Stand seit sieben Monaten. In der abgelaufenen Handelswoche büsste er damit fast acht Prozent ein. «Die Aktienmärkte verfallen in einen Panik-Modus, da das volle Ausmass des Konjunkturabschwungs in China deutlicher wird», sagte Angus Nicholson, Analyst beim Online-Broker IG. Der EuroStoxx50 gab am Freitagabend 3,2 Prozent nach.

Die Probleme in China drückten zudem auch wieder kräftig auf die Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI war mit 40,10 Dollar so günstig wie zuletzt vor sechseinhalb Jahren.

(sda/chb)