Die Kreditklemme in Südeuropa hält die Euro-Zone weiter im Würgegriff. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, fuhren die Banken in den 17 Mitgliedsländern der Währungsunion ihre Kredite an Firmen und Privathaushalte im August noch mehr zurück.

In der Summe schrumpfte die Kreditvergabe um weitere 2 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Juli hatte sich das Minus auf 1,9 belaufen. Analysten zeigten sich abermals enttäuscht über die seit Monaten andauernde Entwicklung, unter der vor allem die Firmen leiden.

«Die Ausleihungen an Unternehmen fielen zu meiner grossen Enttäuschung um weitere 11 Milliarden Euro, nachdem sie bereits im Juli um 19 und im Juni um 12 Milliarden Euro nachgegeben hatten», sagte Howard Archer, Europa-Ökonom beim Analysehaus HIS Global Insight.

Nachfrage nach Krediten niedrig

«Die Banken in vielen Ländern der Euro-Zone trauen der Stabilität der wirtschaftlichen Entwicklung offenbar noch nicht, obwohl die Rezession ja im zweiten Quartal zu Ende gegangen ist.» Allerdings bleibe auch die Nachfrage nach Krediten sehr niedrig.

Der EZB-Rat entscheidet kommenden Mittwoch turnusgemäss über seinen weiteren geldpolitischen Kurs. Am Finanzmarkt wird nicht mit einer weiteren Zinssenkung gerechnet. Zuletzt hatte EZB-Chef Mario Draghi allerdings durchblicken lassen, er könne - falls die Marktzinsen weiter unerwünscht steigen - eine weitere milliardenschwere Liquiditätsspritze für das Finanzsystem ins Auge fassen.

(sda/chb/aho)