Die Europäische Zentralbank (EZB) kann laut Chef Mario Draghi die Ursache für die zögerliche Kreditvergabe in der Euro-Zone nicht an der Wurzel packen. Die Knappheit an Kapital, die Banken bei der Darlehensvergabe zögern lasse, könne die EZB nicht beheben, betonte Draghi in Dublin.

Die Kreditvergabe sei noch immer «sehr gedämpft». Zum Teil liege es daran, dass die Banken um eine Rückzahlung von Darlehen bangten.

Rückgang seit sieben Monaten

Die Summe der an Firmen und Privathaushalte der Euro-Zone vergebenen Bankkredite war im Februar abermals gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm sie um 0,9 Prozent ab - es war bereits der siebte Rückgang in Folge.

EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure betont, die EZB «habe keinen Zauberstab» und könne Knappheit an Kapital nicht kompensieren. Gefragt seien insbesondere die Regierungen, die mit speziellen Hilfen für Unternehmen dafür sorgen müssten, dass das wirtschaftliche Rückgrat der Euro-Zone an genügend Finanzmittel komme.

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Europäischen Investitionsbank

Denkbar ist nach Ansicht der EZB auch ein Engagement der Europäischen Investitionsbank (EIB). Auch die Verbriefung von Krediten an kleinere und mittlere Firmen könne eine gute Möglichkeit sein, Kapital für diese Unternehmen einfacher verfügbar zu machen.

Kleine und mittelgroße Unternehmen kommen nach Erkenntnissen der EZB derzeit deutlich schwieriger an einen Bankkredit als große Firmen oder multinationale Konzerne.

(jev/tno/reuters)